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Berlin News |
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Ausgabe 8 |
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Start ins Jahr 2008: Baufachmessen öffnen sich für Märkte der Zukunft
Das Kalenderjahr 2008 startet mit zwei großen Baufachmessen. Die DEUBAU in Essen macht in der Zeit von 8. bis 12. Januar den Beginn, dann folgt mit kurzem Abstand die bautec 2008 Berlin.
Nun gab es immer schon die Kritik der ausstellenden Industrie, dass eine Häufung dieser Art nicht den Interessen der Unternehmen entspricht. Auf den ersten Blick kann man einer derartigen Kritik folgen. Dennoch: „Springt man da nicht zu kurz“, nur einer Betrachtung zu folgen, die naturgemäß auch etwas mit Kosten, mit dem Messebudget, zu tun hat?
Der Autor, selbst viele Jahre in der Verantwortung für die Beteiligung auf Fachmessen, kann sich in die schwierige Aufgabe hineindenken, die von einer Geschäftsführung auferlegten Planzahlen für Unternehmenskommunikation zielgruppengerecht, gestützt auf die unternehmensspezifischen Ziele, auf neue Produktlinien, auf neue Kommunikationsfelder etc. aufzugliedern. Da spielt ein Messebudget tatsächlich eine Hauptrolle. Es gibt einfach, jetzt auch mit Blick auf die zunehmende Bedeutung des Klimaschutzes und der Energiefragen, zu viele größere Fachmessen, Regionalmessen, Kongresse, Workshops mit Ausstellungsbeteiligung usw. Ein „gut aufgestelltes“ Unternehmen der Baustoffindustrie muss wahrhaftig heute „auf vielen Hochzeiten der Unternehmenskommunikation“ tanzen, um seine Position zu halten bzw. auszubauen. Das zwingt zur Selektion, zur Analyse, zur Begrenzung, zur richtigen Auswahl der Aktivitäten.
Die seit Jahren geführte Expertendiskussion über Standorte, Turni und Termine bei den Baufachmessen hat wahrscheinlich den Blick auf die Erfordernisse reduziert, welche Chancen gerade diese Form der Dialogkommunikation bietet. Die Akzeptanz von Messen bei den Besuchern, bei den Fachzielgruppen der Bauwirtschaft, steigt gegenwärtig wieder deutlich. Und dieses trotz der Kosten, die auch in diesem Bereich in den vergangenen Jahren für Besucher gestiegen sind. Das beweist, dass eine große Mehrheit z. B. der „bauinteressierten Öffentlichkeit“, besser gesagt der Fachleute und der Verbraucher, sich mit den aktuellen Themen der gegenwärtigen Baumarktsituation befasst. Und da häufen sich zur Zeit neue Dinge, die mit dem Klimaprogramm der Bundesregierung zu tun haben. Es wirft in der am 05. 12. 2007 von der Bundesregierung verkündeten Fassung Detailfragen auf, so z. B. in Zusammenhang mit den Konsequenzen des ab 01. 07. 2008 verbindlich eingeführten Gebäude-Energiepass, mit Erfordernissen für den erhöhten Wärmeschutz bei Bestandsbauten auf der Grundlage der Energieeinsparverordnung u.v.m.
Klar, die Unternehmen der Dämmstoffindustrie und auch der Gebäudetechnik sind auf diesem Gebiet schon sehr aktiv. Aber es braucht mehr Transparenz, mehr Klarheit, mehr Dialog. Und das ist die Chance für die Unternehmen auf Fachmessen. Es müssen nicht „teure, aufwendig gestaltete“ Stände sein, die vornehmlich das Image eines Unternehmens im Blick haben. Das „zielgruppenorientierte Mittelmaß“ wäre richtig, um das Informations- und Dialogbedürfnis der Bürger zu befriedigen.
Nun kommen also die Traditionsmessen in Essen und Berlin: Sie werden ein Spiegelbild der Baumarktlage sein. Sie müssen aber Impulsgeber werden, damit bei einem rückläufigen Wohnungsneubau die anderen Märkte an Kraft gewinnen: Das Bauen im Bestand, die energetische Modernisierung, der Tiefbau, das infrastrukturelle Bauen, der Gewerbebau, das Bauen im öffentlichen Hochbau, der Projektbau.
Für Fachmessen der „alten Struktur“ ergibt sich die Aufgabe, mit ihren Konzepten flexibel auf sich verändernde Aufgaben einzustellen. Die DEUBAU praktiziert dieses ebenso wie Berlin mit der bautec, die wieder in ihrer Bedeutung an vergangene Jahre anknüpft. Berlin ist wieder eine Stadt der Kräne geworden. Das Bauklima hat sich grundsätzlich verändert – wie sagt man so schön: „In Berlin spielt wieder die Baumusik!“ Es entstehen neue Formen des Wohnens, architektonisch anspruchsvolle Bauten für öffentliche Aufgaben, Beispiele für den Erhalt von Altbauten und für eine umfassende Modernisierung. Wer in Berlin mit offenen Augen durch die Stadt geht, erlebt eine lebendige Großbaustelle mit innovativen Lösungen.
Die bautec Berlin ist auf dem Weg, eine interessante Weiterentwicklung von einer vornehmlich auf Baustoffe und Bauteile ausgerichteten Veranstaltung zu einer umfassenden Themenmesse mit ganzheitlicher Struktur zu sein: Gebäudetechnik, Klimatechnik, Sanitärtechnik, Werkstofforientierung wie z. B. Holz und Glas, Innovationsbaustoffe, Orientierung auf die Themen der Bestandserneuerung, der Energieeffizienz und des Klimaschutzes (z. B. durch den BAKA Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung), durch das Thema der Gestaltung und Bauausführung von Freiflächen, durch die vor zwei Jahren schon erfolgreichen Anlaufpunkte in den Hallen in der Form von BaupraxisZentren. Und durch das Qualitätssiegel eines umfangreichen und anspruchsvollen Kongress- und Tagungsprogramms.
Wir wünschen den Fachmessen einen vollen Erfolg!
Forschungsinstitut BulwienGesa bestätigt: Baukräne drehen sich wieder über Berlin
Wir haben in den Ausgaben des zu Ende gehenden Jahres an dieser Stelle immer die städtebauliche Entwicklung Berlins beleuchtet. Gewiss, nicht unbedingt „wissenschaftlich“ genau, aber doch mit dem Ziel, die rege Bautätigkeit in Berlin und in der Region vorzustellen. Auch wenn die Idee zu dieser Serie aus der Erkenntnis entstand, den Eindruck einer anhaltenden „Bauflaute“ in Berlin zu korrigieren – zugegeben vor der Baufachmesse bautec 08, die im Februar in der Stadt stattfinden wird.
Zugegeben: Wenn immer über die baukonjunkturelle Entwicklung in Deutschland berichtet wird, dann gibt es die besten Noten für die süddeutschen Bundesländer und für NRW. Das stützt sich auf die guten Zahlen der Baugenehmigungen, auf den relativ positiven Wohnungsbau (im Verhältnis zu den rückläufigen Zahlen der „nördlichen und östlichen“ Bundesländer), auf die zugegeben bessere gesamtwirtschaftliche Lage in diesen Ländern.
Nun bestätigt das Forschungsinstitut BulwienGesa im Auftrag von TGL-Immobilien: in einer Studie zur Entwicklung in der Metropolregion Berlin/Potsdam: Die Baukrise in Berlin ist überwunden! Nach der erfolgreichen Entwicklung in diesem Jahr mit einer Fertigstellung von ca. 430.000 Quadratmetern Fläche mit einer Investitionssumme von 1,2 Milliarden Euro geht die Prognose für 2008 von Investitionen in der Höhe von 1,5 Milliarden Euro aus.
Besonders erfreulich ist die Entwicklung im Wohnungsbau (trotz des Auslaufens der Eigenheimzulage): Wurden 2006 nur 25.000 Quadratmeter geschaffen, waren es im Jahr 2007 immerhin schon 100.000 qm. Im Jahr 2008 sollen es mindestens 225.000 qm sein!
Aber: Wir sollten bitte nicht in den Fehler verfallen, auch eine, sicher mehr verhaltene Bautätigkeit in allen anderen östlichen Bundesländern „klein zu reden“. Die alte Regel, Positives bzw. Negatives mit dem „halb vollen bzw. halb leeren“ Glas zu vergleichen, kann man auf die gegenwärtige Situation übertragen. Es ist nicht unbekannt, dass im deutschen Verbandswesen schon immer mal die eine, mal die andere Seite in ihrer Begutachtung der Baumarktlage „obsiegt“ hat. Auch wenn es durchaus, besonders mit Blick auf das bevorstehende Jahr, schon wieder sehr viel Nachdenkliches gibt, sollte man bitte nicht in den Fehler verfallen, daraus nun schon vorschnell eine bedenkliche Entwicklung für die nächsten Jahre abzuleiten.
Die Branche hofft, dass die vorhandenen Anzeichen für eine Stabilisierung der Bautätigkeit in Feldern außerhalb des Wohnungs-Neubaus an Kraft gewinnen und sich Investoren finden, um immer wieder neue Projektideen zu entwickeln. So gesehen, hat „Berlin News“ sich die Aufgabe gestellt, für den Standort der Hauptstadt einen Beitrag zu bringen, der auch die Bauwirtschaft, die Baustoffindustrie, den Baustoff-Fachhandel, die Wohnungswirtschaft, die Projektentwickler und Architekten – besser gesagt, alle wichtigen Partner, ermuntert, sich hinsichtlich ihrer jeweiligen Aktivitäten auch den hier vorhandenen aktuellen Aufgaben zuzuwenden. Baukonjunktur lässt sich nicht „verordnen“. Sie ist abhängig von der gesamtwirtschaftlichen Lage. Von daher braucht es Zuversicht und Mut, ganz besonders in den Bundesländern im Osten und Nordosten Deutschlands. In der heutigen Ausgabe von „Berlin News“ bleiben wir im Zentrum der Hauptstadt.
Hier einige architektonisch und bautechnisch interessante Projekte der Stadt: in Berlins Mitte:
• Ganz heiß: Am 03. 12. 2007 erfolgte der Spatenstich für eine neue Berliner Attraktion, dem höchsten Riesenrad Europas mit einer Gesamthöhe von 185 m. Der ehemalige Wirtschaftshof des Berliner Zoos in der City West, im Bezirk Tiergarten, in der Mitte Berlins, wird nach der Verlagerung zu einer Großbaustelle. Der Wirtschaftshof wird nur wenige Meter vom Riesenrad entfernt neu erstellt. Das 120-Millionen- Projekt des Berliner Architekturbüros Pott Architects entwarf ein futuristisches Gesamtwerk, eine „Abflughalle“ mit einem Wildwasserwellendach. Die Achse des Rades auf halber Höhe liegt so weit droben wie das Dach des Europa-Centers. Das Rad soll immerhin 50 Meter höher werden als das berühmte „London Eye“. Die Finanzierung erfolgt über einen Fonds.
• Ganz aktuell: Bundesbauminister Tiefensee hat am 26. 11. 2007 die Ausschreibungsunterlagen für den Realisierungswettbewerb zur Wiedererrichtung des Berliner Schlosses, des Humboldt-Forums, versandt. Das Humboldt-Forum soll eines der bedeutendsten kulturpolitischen Bauwerke Deutschlands werden – im Spiegelbild der Geschichte der Hauptstadt Deutschlands, an einer Nahtstelle der deutschen Politik nach dem Kriege. 150 international renommierte Architektinnen und Architekten werden Vorschläge zur grundsätzlichen Gestaltung einreichen. Damit beginnt für Berlin eine neue Etappe der Kulturpolitik im internationalen Maßstab. Das Humboldt-Forum mit einer Hauptnutzfläche von 40.000 Quadratmetern soll als Museum, Bibliothek und als eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Es soll einen U-Bahn-Anschluss erhalten, wobei die Trasse diagonal unter dem Baufeld verlaufen soll. Im Rahmen des Wettbewerbes gibt es eine Festlegung hinsichtlich der Fassaden: An der Nord-, West- und Südseite sollen sie nach historischem Vorbild rekonstruiert werden.
• …und Berlins Mitte wächst weiter: Wenn man meint, in Berlins Mitte ist alles gebaut, dann muss man sich auch als ein Berliner immer wieder eines Besseren belehren lassen. Am Platz des ehemaligen Hotels „Unter den Linden“ (inzwischen mit den vielen Beton-Fertigteilen abgerissen) an der traditionellen Ecke Friedrichstraße/Ecke Unter den Linden wächst ein großes Ensemble. Dort wird im nächsten Jahr ein Komplex fertig gestellt sein, in der Kombination von Büroeinheiten, Shopping und Wohnen. Damit wird eine kriegsbedingte Baulücke städtebaulich geschlossen. Hoffen wir, dass sich dieses voluminöse Gebäude gut den Nachbargebäuden anpasst.
• Und weiter in der Mitte: Auf dem Gelände des zu DDR-Zeiten 1988 abgerissenen ehemaligen Friedrichstadtpalastes, auf dem Grundstück Am Zirkus 1 soll eine Art „Ozeandampfer an der Spree“ entstehen: Mit Appartements, Hotel, Geschäften, Freizeitmöglichkeiten. Unweit des Berliner Ensemble – inmitten des pulsierenden Berliner Lebens – soll das Gebäude mit mindestens 35 % Wohnanteil gebaut werden. Acht Häuser sollen zu einem Ensemble gestaltet werden – von dem Berliner Architekturbüro Eike Becker. Der Bauantrag soll Anfang 2008 gestellt werden, Baubeginn ist ebenfalls dann noch Mitte 2008. Geplante Fertigstellung: 2010, Baukosten 130 Millionen Euro.
• Und fast gegenüber: Die Friedrichstraße 100, einem „Schandfleck“ in der Berliner Innenstadt, direkt neben dem Admiralspalast, zwischen diesem Ensemble und dem Bahnhof Friedrichstraße, erhält ein Boardinghouse-Hotel. Zusätzlich erhält das repräsentative Gebäude Gastronomie und Dienstleistungen. Die Wiener Architekten Alfred Berger und Tina Parkkinen haben das auf einem 20575 qm großen Gelände geplante Bauvorhaben den Titel „Friedrichstraßen-Bogen“ gegeben. Es wird vermutet, dass nach der Klärung des endgültigen Baustarts das neue Ensemble – es geht von der Friedrichsraße bis zur Planckstraße – im Jahr 2010 fertig gestellt sein soll.
Neue Luxusquartiere in Berlins Mitte
Die wachsende Anziehungskraft der Hauptstadt überträgt sich nahezu täglich auf die Immobilienbranche. Aus einem „kränkelnden“ Gewerbe noch vor vielen Jahren bringt das sich steigernde Interesse am pulsierenden Leben der Stadt neue Chancen für neues, anspruchsvolles Wohnen. So entstehen Luxusquartiere mit Penthouses, Lofts und Townhouses an vielen Stellen in Berlin-Mitte: Am Bundesratsufer, an der Fehrbelliner Straße, im Diplomatenpark Tiergarten, in der Rosenthaler Vorstadt, nahe dem Zionskirchplatz. Insgesamt sollen Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 20.000 Quadratmeter entstehen.
Das Parlaments- und Regierungsviertel wird erweitert
Das Marie-Elisabeth-Lüders-Haus an der Spree erhält als „Band des Bundes“ bis zur Luisenstraße seine von den Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank geplante endgültige Gestaltung. Die Erweiterung durch den Architekten Stephan Braunfels bringt zusätzlich zu einem neuen Eingang ein neues Bibliotheksgebäude, zudem werden die Nutzungsmöglichkeiten für alle Anlässe der Parlamentarier erweitert. Architektonisch wird das Gebäude eine Krönung durch eine 40 Meter hohe Gasrotunde erhalten. Die Fassade an der Luisenstraße, 106 Meter lang, wird aus Glas bestehen.
Ein Aushängeschild Berlins: Der Leipziger Platz
Auf dem Gelände des ehemaligen Traditionskaufhauses Wertheim mit einer Fläche von 22.000 qm wächst ein Gerüst: Es deutet sich die größte Baustelle der Stadt an. Ein Megaposter „Pulsschlag“ verrät, dass nach dem städtebaulichen Wettbewerb – neun international anerkannte Architekturbüros sind eingeladen worden – die Bebauung starten kann. Geplant sind in der Verantwortung der Immobilienfirma Orco Appartements, edle Geschäfte, Innenhöfe. In jedem Fall wird auf dem Wertheim-Areal kein neues Kaufhaus gebaut werden. In der Nachbarschaft zum Potsdamer Platz wird es einen architektonischen Höhepunkt geben, dessen Dimension noch nicht überschaubar ist. Die Ergebnisse des Wettbewerbes sollen Mitte Dezember vorliegen. Am Jahresbeginn 2008, wahrscheinlich zeitgleich mit der bautec 2008, besteht die Chance, dass die Pläne öffentlich ausgestellt werden. Baubeginn wäre unter dieser Voraussetzung das Frühjahr 2009, Fertigstellung 2012.
Thomas Möller, Berlin News in DAS BAUZENTRUM | E-BAU, Ausgabe 01-02/2008
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Ausgabe 7 |
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Es versteht sich fast von selbst, dass die Hauptstadt jeden Tag neue Headlines produziert. Im Wechselspiel von „Good News“ und „Bad News“ ergibt sich eine Spannungslage, die sich im weitesten Sinn auch auf die Bauwirtschaft, auf die Baukonjunktur der Großregion Berlin- Brandenburg und auf die Zukunfts-aufgaben und Chancen für Bauen und Modernisieren überträgt. So gesehen ist und bleibt die gesamte Region mit Berlin in der Mitte eine neue Herausforderung für alle Organisationen und Unternehmen, die selbstbewusst, investitionsfreudig und optimistisch neue Aufgaben mit z. T. auch neuen Zielgruppen ansteuern.
Berlin wächst immer mehr in die Rolle, die nach der Wiedervereinigung der Hauptstadt und Metropole zugedacht ist und die die Vergangenheit der Teilung und der „Wunden“ der jahrzehntelangen Ungleichmäßigkeiten hinter sich lässt.
Vor diesem Hintergrund ist die Frage vieler Unternehmen der Baustoffindustrie durchaus berechtigt, ob z. B. Baufachmessen wie die bautec in Berlin, die DEUBAU Essen oder gar die BAU München eine Berechtigung haben und wenn ja, wie sie sich gemäß der sich verändernden Aufgaben und Zusammenhänge positionieren sollten. Alle Fachmessen, so z. B. auch die erfolgreiche NordBau in Neumünster, können nicht an der Aufgabe vorbeisehen, den potenziellen Ausstellern einen Mehrwert zu bieten. Dieser ist nicht allein auf die Frage zu reduzieren „wie sich eigentlich eine Beteiligung rechne“. Natürlich rechnen die Unternehmen heute anders und zurückhaltender als in den Vorjahren. Zu viele marktspezifische Verpflichtungen und auch gesellschaftliche Aufgaben stehen im Mittelpunkt. Da muss ein Budget für Unternehmenskommunikation sehr zielgruppengerecht, sehr kostenorientiert und auch in einigen traditionellen Feldern bisheriger Maßnahmen auch restriktiv aufgebaut werden. In der Vergangenheit wurden Unternehmen gelobt, wenn sie den Mut bewiesen, auch in konjunkturell schwierigeren Zeiten ihre Marketing-Aktivitäten nicht zu reduzieren. Fraglos können sich die Methoden der Zielgruppenansprache verändern: Ob Hausmessen, ob Tage der offenen Tür, ob regionale Vertriebsveranstaltungen. Alle sind sie irgendwie richtig, wenn man sie nicht in den Vergleich mit Fachmessen bringt. Aus der Sicht der Fachbesucher und damit in der Breite und Tiefe einer großen Gruppe sehr verschieden Interessierter aus allen Planungsbereichen, Gewerken und dem Handel ist eine Fachmesse immer noch – und mit wenigen Ausnahmen wieder ansteigend – ein Branchenbarometer, ein Spiegelbild technischer Entwicklung und eine Leistungsschau der Hersteller. Und vergessen wir nicht, dass jeder der angesprochenen Fachmessen ihre eigene Geschichte hat, die für die Mehrzahl der Aussteller auch eine Bedeutung hat.
Unbestritten hat z. B. die bautec Berlin eine Geschichte, die exakt das Wechselbad der Entwicklung der Stadt widerspiegelt. Als eine Fachmesse im ehemaligen Westteil der Stadt aus der alten Industriemesse entstanden, kam mit dem Bauboom nach der Wende das Wachsen zu einer bedeutenden Baufachmesse Deutschlands für eine Zukunftsregion und für die Nachbarländer Berlins. Diese Geschichte ist eine andere als die der traditionellen Messeveranstaltungen in München, Essen und Neumünster. Sie hat mehr als diese erfolgreichen Standorte einen politischen Aspekt mit einer baupolitischen Gesamtverantwortung, die über die föderalen Grenzen der Nachbarländer hinaus geht.
In den vergangenen Jahren wurde im Wettbewerb der Fachmessen untereinander öfters eine Beteiligung an der bautec von den sich verändernden Marktchancen in der Großregion abhängig gemacht – leider zum Nachteil der Fachmesse durch das Fehlen einiger Marktführer.
Ausgehend von den sich verändernden Zusammenhängen für Architektur und Bautechnik, durch die Integration von Energie- und Klimaschutztechnik, durch die Kombination der Bauprozesse mit der Gebäudetechnik verändern sich gegenwärtig die Informationsbedürfnisse und die Informationsverantwortung der Wirtschaft. Dieses hat die bautec Berlin bereits mit ihrer Konzeption der Jahre 2004 und 2006 erkannt und nunmehr in ihrer aktuellen Konzeption für die bautec 2008 (19.- 23.02.2008) in vertiefter Form weiterentwickelt.
Die bautec Berlin ist dadurch eine veränderte, eine flexible, eine allumfassende Fachmesse für eine ganzheitliche Information, über den Kernbereich von Baustoffen und Bauteilen hinaus. Damit bekommt sie einen hauptstädtischen überregionalen Charakter für integrale Prozesse und Planungsaufgaben, für energetisch bestimmtes Bauen und Modernisieren, für Energieeffizienz und Bauqualität. Berlin ermutigt mit neuen Bauprojekten, aber auch mit „neuen Aufregungen“ zum Dialog. Nicht alles läuft immer rund und endgültig. Aber, es ist ein Weg, der nach vorn weist, der die Zukunft im Blick hat!
Berlin-News will dazu einige Beispiele bringen:
Die „Leidensgeschichte“ mit dem neuen Großflughafen Berlin-News hat in den letzten Ausgaben über den Baufortschritt des Flughafens BBI in Berlin-Schönefeld berichtet. Die Baustelle ist in vollem Betrieb – in Schönefeld zeigt sich in vielen Bereichen das Werden und Wachsen, um am 31. Oktober 2011 den Betrieb beginnen zu können. Aber: Da gibt es für den Terminalbau, dessen Errichtung nach den bisher vorhandenen Kalkulationen mit 70 % Mehrkosten über den genehmigten 630 Millionen Euro zur Diskussionen und nunmehr zu einer Neuausschreibung geführt hat.
Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft hat dieses nach gewissenhafter Prüfung der Sachlage und auch der Konsequenzen am Montag, 08.10.2007 beschlossen. Mit der Versicherung, dass es dem Management der Flughafengesellschaft gelingen wird, trotz dieser Neuausschreibung mit der Verzögerung den ursprünglichen Fertigstellungstermin Ende Oktober 2011 zu halten. Zweifel sind angebracht – das Risiko auch mit Konsequenzen der Fluggesellschaften ist sehr groß. Jetzt muss eine schnelle Neuausschreibung erfolgen mit einem zügigem Baubeginn. Für die Bauwirtschaft bedeutet die Neuausschreibung neue Chancen. Es werden sieben Einzellose vergeben – das mittelständische Gewerbe und damit auch die Baustoffwirtschaft bekommen eine neue Wettbewerbsbasis. Anfang 2008 werden zunächst Rohbau, Gepäcksortieranlage sowie Fassade und Dach neu ausgeschrieben. Die Vergabe der Aufträge soll Mitte 2008 vorgenommen werden. Die „Karten werden also neu gemischt“. Nun wartet alles ab, ob die Zusagen der Gesellschafter eingehalten werden, d. h. die Neuausschreibung der sieben großen Teillose termingerecht erfolgt. Keine Frage: Diese Entwicklung ist für das Baugewerbe der Region mit neuen Chancen verbunden.
Der große Bauherr „Bund“ und seine Objekte Weil wir gerade beim Bund sind: Dieser ist in Berlin der größte Bauherr! Die aktuellen Bauvorhaben haben ein Investitionsvolumen von rund 3,8 Milliarden Euro. Gebaut werden Ministerien (Berlin-News berichtete bereits darüber), Kultureinrichtungen, Bauten für die Wissenschaft. Nicht alles sind Neubauten: Oft werden bereits bestehende Gebäude modernisiert und den veränderten Erfordernissen auch in der Ausstattung angepasst. Hier sind für Baugewerke viele interessante Bauaufgaben verbunden. Ganz aktuell: Am 11. Oktober erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend an der Jäger-/Ecke Glinkastraße mit einem Bauvolumen von 47 Millionen Euro.
Hier einige weitere Beispiele für die Aktivitäten des Bundes:
• Für das Bundesministerium für Arbeit und Soziales entsteht an der Wilhelmstraße/Ecke Mohrenstraße ein fünfgeschossiger Erweiterungsbau. Dieser schließt eine Baulücke zwischen dem im Jahr 2000 fertiggestellten Hauptgebäude der ehemaligen Ritterschaftsbank und der Landesvertretung Thüringen. Investitionsvolumen: 24,7 Millionen Euro, Fertigstellung im Frühjahr 2008.
• Bereits seit dem Jahr 2005 läuft für 23,7 Millionen Euro die Erstellung einer Erweiterung des Landwirtschaftsministeriums an der Wilhelmstraße, Ecke Französische Straße. Auch die ehemalige Musikhochschule der DDR ist Bestandteil der Erweiterung und wird für 11,2 Millionen Euro umgebaut. Fertigstellung ist 2008.
• Das Bundesumweltministerium baut an der Ecke Stresemannstraße/Erna-Berger-Straße in Berlin-Mitte für 47,8 Millionen Euro hinter der modernen Fassade des unter Denkmalschutz stehendem preußischen Landwirtschaftsministerium von 1916 einen Anbau. Fertigstellung Frühjahr 2009.
• Eine neue Großbaustelle wird der Neubau des Bundesinnenministeriums auf einem 70.000 qm großen Gelände auf dem Moabiter Werder in der Nähe des Kanzleramtes. Der Architektenwettbewerb für das Projekt mit einem Finanzvolumen von rd. 200 Millionen Euro soll Anfang November 2007 entschieden werden.
• Das Bundesverteidigungsministerium im historischen Bendlerblock in der Stauffenbergstraße in Berlin-Tiergarten soll eine Erweiterung für 100 Millionen Euro erhalten. Baustart soll in der zweiten Jahreshälfte 2008 sein.
• Die zukünftig größte Baustelle des Bundes ist der Neubau des Bundesnachrichtendienstes BND in Berlin-Mitte, in der Chausseestraße. Die bisher feststehende Planung der Baukosten beläuft sich auf 720 Millionen Euro (ohne Zusatzkosten für die Ausstattung des Geheimdienstes). Darin enthalten sind der Haupttrakt für 4000 Mitarbeiter, eine Schule, ein Internat, ein Besucherzentrum und eine öffentliche Parkanlage. Fertigstellung: 2011.
• Über die Bauten auf der Berliner Museumsinsel hat „Berlin News“ bereits berichtet. Das Neue Museum wird gegenwärtig für 230 Millionen Euro restauriert. Das berühmte Pergamonmuseum erhält eine Modernisierung für 523 Millionen Euro. Der Neubau der Eingangshalle für die Museumsinsel – in den vergangenen Monaten in den Medien der Stadt ein großes Thema – soll 73 Millionen Euro kosten.
• Von sehr großer Aktualität ist der Neubau des Humboldt-Forums auf dem Schlossplatz. Gegenwärtig ist der Abriss des „Palast der Republik“ noch im Gange. Die Vorbereitungen für einen internationalen Architektenwettbewerb sind angelaufen. Der Neubau soll 480 Millionen Euro kosten.
Fazit: Über alle Bundesbauten werden wir in den kommenden Ausgaben aktuell informieren
Leben und Wohnen an und um Berliner Gewässer Berlin ist wie keine andere deutsche Großstadt eine Stadt der Seen sowie der Flüsse, der Havel und der Spree. Dieses verlockte schon immer Baumeister, Architekten und finanzstarke Bauherren, schöne Wohnhäuser, Villen und auch architektonisch interessante Industrie- und Gewerbebauten an und um die Berliner Gewässer zu bauen.
Heute ist dieses wieder ein aktuelles Thema: Bauen und Leben am Wasser übt eine große Faszination aus.
Hier einige Beispiele:
• Der Tempelhofer Hafen war über mehrere Jahrzehnte ein unansehnlicher Punkt in der Stadt, genutzt als Schrott- und Lagerplatz. Im Wettbewerb der Berliner Bezirke entwickelte sich die Idee, dieses am Berliner Ullsteinhaus gelegene Areal, konkret den Hafen mit seinen Ufern für eine neue Attraktion zu nutzen. Es wird in der Nachbarschaft zum historischen Speicher auf einer Fläche von 45.000 qm eine Stätte der Erholung, der Freizeit, der Kultur, des Wohnens und des Shoppping entstehen. Der Grundstein wurde bereits gelegt: 100 Millionen soll es kosten und beinhaltet um den Hafenteil mit 15.000 qm vier große Gebäude, ein Parkhaus, eine Shopping-Meile mit 70 Geschäften, ein Kinderland, einen Marktplatz und viele gastronomische Pavillons.
• Der Berliner Tagesspiegel überschrieb am 30. September 2007 einen Beitrag mit der Überschrift: „An der Spree ist alles im Fluss“. Damit traf er im Kern die Attraktivität der Ufer, die sich von Berlin-Mitte ostwärts über Friedrichshain bis zum Bezirk Treptow ergibt. Man kann davon ausgehen, dass nahe dem Zentrum der Hauptstadt ein attraktives Entwicklungsgebiet mit vielen neuen Projekten wächst. Es ist wie ein „Rohdiamant“, der, gesteuert von einer Projektgruppe von Grundstücksbesitzern und Bauherren mit dem Namen „Mediaspree“, an den jeweiligen Positionen der Ufer, im Einvernehmen mit den Investoren, zur Reife gebracht werden muss. Hier sollen z. B. entstehen am früheren Postbahnhof das POST-AREAL mit Gewerbe- und Büroräumen, eine Bebauung rund um das 2008 fertig zustellende Anschütz- Areal mit einem Entertainment-Center und einem Einkaufszentrum, ein Wohngebiet neben dem Osthafen um den denkmalgeschützten Viktoriaspeicher, neue Spreespeicher entlang der Kreuzberger Cuvrystraße mit Bürolofts, Läden und Gastronomie. Wir werden berichten. … und ganz aktuell: Das 185 m hohe Riesenrad am Zoo kann gebaut werden. Die Bezirksverordneten haben zugestimmt. Es soll auf dem Gelände des jetzigen Wirtschaftshofes des Berliner Zoo stehen – ab 2009 soll es sich drehen. Die Finanzierung ist mit 120 Millionen Euro gesichert.
Und: Wir hatten über die Pläne zur Bebauung des Alexanderplatz berichtet. Jetzt steht fest, dass es keine Wolkenkratzer, also Hochhäuser, geben wird. Bis 2008 soll dagegen sog. Multi- Center entstehen, ein Neubau an der Jannowitzbrücke entfällt. Man kann zu dieser Entscheidung stehen wie man will. Wenn die wirtschaftlichen Realitäten eine Bebauung nach den Plänen des Masterplanes der Architekten Hans Kollhoff und Helga Timmermann es gegenwärtig nicht zulassen, dann müssen wir uns eben in Geduld üben.
Berlin baut gegenwärtig viel, an vielen Stellen, wo man es vielleicht bisher gar nicht vermutet hatte. In der nächsten Ausgabe werden wir einige prominente Bauaufgaben näher darstellen.
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 07-10/07
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Ausgabe 6 |
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Die regionale „Berliner Baukonjunktur“. Großobjekte, neue Stadtquartiere & neue Projektpläne
„Berlin-News“ ist der Bauentwicklung in der Großregion Berlin-Brandenburg auf der Spur. Wie schon in den bisher erschienenen Ausgaben von „Berlin-News“ behandelt, hat sich in der Hauptstadt so etwas wie eine eigene „Baukonjunktur“ entwickelt — oftmals für den schnellen Betrachter nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Aber tatsächlich: Es wachsen in der Stadt immer wieder neue Baustellen, beginnend mit einer Baugrube und manchmal auch nur mit einem Baustellenschild, dann aber doch sehr bald von Baukränen geprägt. War in den vergangenen Jahren oftmals von vielen Experten der Baubranche das Ende der starken Bautätigkeit in der Großregion Berlin vorhergesagt worden, so scheint sich dieses in keiner Weise zu bewahrheiten. Gut, wie schon in den Beiträgen ausgedrückt, bitte keine „Baurevolution“, aber immerhin eine sehr positive Entwicklung in nahezu allen Baugattungen, und vor allem im Neubau. Die Modernisierung des Gebäudebestandes ist in der Stadt sichtbar, aber nicht prägend. Das beweist die These, dass die Gebäudemodernisierung, vor allem aus energetischen Gründen, mit dem Näherrücken des Gebäudeenergie-Passes ihre Konjunktur noch vor sich hat. Jetzt konzentrieren wir uns auf den Neubau, der die stärkste Baukonjunktur-Lokomotive darstellt und von der Branche mit großen Erwartungen verfolgt wird. Der Neubau — Wohnungen, Büros, Shops, Hotels, Gastronomie und nicht zu vergessen aber auch Bauten für Wirtschaft, Verkehr, Infrastruktur und Gewerbe — ist die Herausforderung, damit die Bauwirtschaft ihren gerade wieder begonnenen Erfolgsweg auch im Jahr 2008 fortsetzen kann. Sehen wir einmal nach, wie das jüngst in der Hauptstadt aussieht.
Der Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI) — die größte Baustelle der Region kommt in Schwung Die Berliner Tageszeitungen berichten in diesen Tagen von einem steilen Kostenanstieg. So soll das Abfertigungsgebäude sich um 400 Millionen Euro auf über eine Milliarde Euro verteuern. Der neue Flughafen soll nach bisher genehmigten Plänen 2,018 Milliarden Euro kosten — diese Festlegung erfolgte von den Gesellschaftern, bevor die Detailplanung begann. Auch die Planung für das Terminal begann später. Nach den Erfahrungen z. B. mit dem neuen Flughafen in München war wohl von vornherein damit zu rechnen, dass die Kostenplanung nicht zu halten ist. Also: Ein Sturm im Wasserglas? Na ja, wenn man die Sache von einer anderen Seite sieht. Bis heute sind Bauaufträge in der Größenordnung von 677 Millionen Euro vergeben. So werden bereits die neuen Anschlüsse für die heutige Südbahn, die dann am Flughafen zur Nordbahn wird, erstellt. Fertiggestellt ist der erste Abschnitt der westlichen Einfahrt mit einem 90 Meter langen Tunnel für die Bundesbahn. Auf der Baustelle arbeitet das modernste Betonwerk Europas. Weiterhin fertiggestellt: Das neue Regenrückhaltebecken, 26 Kilometer Trink- und Abwasserleitungen, ein neues Umspannwerk. Ein Wahrzeichen des BBI wird der neue 32 Meter hohe Aussichtsturm, der noch in diesem Jahr der Öffentlichkeit übergeben wird. Was noch? Die Berliner Firma „Schälerbau“ hat den Auftrag, für 112,5 Millionen Euro unter dem Terminal den neuen Bahnhof im Rohbau zu erstellen. Dieser soll Anfang 2009 dann zur Verfügung stehen. Die Arbeiten laufen termingerecht. Gerade jetzt hat die Flughafengesellschaft einen neuen Großauftrag vergeben: Mit dem zweitgrößten Einzelauftrag in Höhe von 277 Millionen Euro baut die Bietergemeinschaft Eurovia/van Wettern die neue südliche Start- und Landebahn mit den erforderlichen Rollwegen und Vorfeldflächen. Das Terminalgebäude zwischen den Start- und Landebahnen wird sechs Stockwerke umfassen für 22-25 Millionen Fluggäste pro Jahr. Über 16 Fluggastbrücken gelangen die Passagiere direkt in die Flugzeuge. Der Anschluss des BBI an das Schienennetz soll zusammen mit dem Bau des Flughafenbahnhofs insgesamt 636 Millionen Euro kosten. Und: Über die Teltowkanalautobahn A113 erhält der Flughafen für 400 Millionen Euro einen direkten Anschluss an das Autobahnnetz — der Anschluss führt zum Berliner Ring und soll bereits Mitte 2008 fertig sein. Das Besondere und für das Baugewerbe Spezifische ist, dass die einzelnen Baulose für regionale Firmen zu groß sind und von daher wohl nur drei oder vier Konzerne sich beteiligt haben. Für die Großregion Berlin-Brandenburg und für die Bauwirtschaft bleibt aber, dass es eine Baustelle von überragender technologischer Qualität gibt, die in den bevorstehenden Jahren viele Experten in die Hauptstadt locken wird.
In Berlin-Mitte tobt das „Bau“-Leben Jeden Besucher Berlins zieht es in die historische Mitte der Stadt. Hier ist der Schmelztiegel der pulsierenden Metropole mit immer wieder neuen Entdeckungen. So wird gegenüber vom ehemaligen Palast der Republik — jetzt eine Abriss-Baustelle für das Stahlskelett — ein neues Stadtquartier entstehen. Es ist wohl eine der letzten innerstädtischen Brachen, das Friedrichswerder, entstanden auf dem Gelände der ersten Stadterweiterung der Residenzstadt Berlin-Cölln zwischen 1650 und 1700. In Anlehnung an die historische Bebauung und Erschließung soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum Auswärtigem Amt zwischen dem Werderschem Markt, Kur-, Jäger und Oberwallstraße bis Ende 2008 das „Quartier am Auswärtigem Amt“ entstehen. Dazu gehört der Wiederaufbau der Bauakademie. Gemeinsam mit der Friedrichswerderschen Kirche und dem Auswärtigem Amt wird das neue Stadtquartier ein weiterer städtebaulicher Anziehungspunkt der Hauptstadt sein: Mit einem Karree aus fünf Gebäuden mit Geschäfts- und Wohnhäusern und dem Vier-Sterne-Superior-Hotel „John F.“. Bereits kurz vor der Fertigstellung steht mit den „Berlin Townhouses“ ein Ensemble mit architektonischem Esprit. Hier stehen in Kürze — unweit vom Spittelmarkt und Hausvogteiplatz — 47 neue Wohnhäuser, wobei jedes Haus seine eigene Architektur aufweist. Der Bau privater Wohnhäuser in dieser exklusiven Gegend ist ein Beispiel für Kreativität und Gestaltungsvielfalt in einem historisch gewachsenem Umfeld, welches wohl nicht nur zur Baufachmesse bautec Berlin im Februar 2008 viele Bauinteressierte und Studenten zum Caroline-von-Humboldt-Weg der Stadthäuser zur Besichtigung einladen wird. Die Häuser, vier bis fünf Etagen hoch, nur sechs Meter breit mit einem kleinen Garten nach hinten raus, bezeugen, dass Innenstadtquartiere auch auf beengtem Raum und in der Nachbarschaft einer architektonisch anspruchsvollen Bebauung ihre Daseinsberechtigung haben.
Neues an „politischen“ Plätzen im Ostteil der Stadt Wer kennt nicht die Funktion des „Tränenpalastes“ in der ehemaligen Hauptstadt der DDR, des Grenzübergangs, der für Millionen von Menschen sowohl ein Ort des Abschieds aber auch des Wiedersehens wurde. Ein Ort, der wie kaum ein anderer in der Zeit des „kalten Krieges“ Geschichte geschrieben hat. Nach der politischen Wende wurde aus dem Gebäude ein Veranstaltungsort für viele Anlässe, stets natürlich mit dem Bezug zu seiner Geschichte. Der Tränenpalast am Bahnhof Friedrichstraße steht zu Recht unter Denkmalschutz. Gegenwärtig wirkt er inmitten einer Großbaustelle etwas gebrechlich. Er muss mit Blick auf das an diesem Platz entstehende „Spreedreieck“ vor Beschädigungen geschützt werden. Das Gebäude ist integraler Bestandteil des Großprojektes und soll ein zentraler Ort des Mauergedenkens werden. Das „Spreedreieck-Ensemble“ hat seinen Blickfang in einem Glasturmgebäude, der im Herbst 2008 fertiggestellt sein soll. Rund 100 Millionen Euro soll der zweischenkelige Büropalast kosten, dessen Hauptmieter das internationale Wirtschaftsunternehmen Ernst & Young sein wird. Ein anderes Projekt ist die ehemalige SED-Zentrale in Prenzlauer Berg, Torstraße / Ecke Prenzlauer Allee. Das ehemalige „Haus der Einheit“ wird zu einem Exklusiv-Klub nach den Vorbildern der Clubs im Londoner Stadtteil Soho und im New Yorker Stadtteil Manhattan umgebaut. Damit wurde dem seit vielen Jahren sich vollziehenden Verfall des Gebäudes aus dem Jahre 1929 — damals im Bauhausstil als „Kreditkaufhaus Jonass“ geschaffen — endlich Einhalt geboten. Das Haus steht teilweise — in den beiden unteren Etagen — unter Denkmalschutz. Fassade und Balkone müssen beim Renovierungs-Umbau erhalten bleiben. Fertigstellung könnte im Frühjahr 2009 sein Und noch ein Beispiel: Die ehemalige Haftanstalt Rummelsburg am Rummelsburger See wird zur mondänen Wohnanlage „Berlin Campus“. Sechs ehemalige „Verwahrhäuser“ werden in den ehemaligen Zellentrakten Zwei- bis Vierraum-Eigentumswohnungen erhalten, natürlich nicht mehr mit Gittern, sondern mit französischen Fenstern, in den oberen Etagen mit angehängten Balkonen. Mitten in dem Wohnpark werden zwei neue vierstöckige Häuser mit je 25 Wohnungen errichtet. Eine Flanier-Promenade führt quer durch das Ensemble in Richtung See — sozusagen wie eine Campanile in Rummelsburg. Im Mittelpunkt prangt der stilvolle Wasserturm — zukünftig ein Aussichtsturm, gefüllt mit Feinkost- und Bio-Läden. Nach der Wende gab es für derartig „schwierige, mit der DDR-Geschichte“ verbundene Gebäude viele Ideen und Projektpläne, die sehr oft nicht realisierbar waren. Die aufgezählten Beispiele sollen nur zeigen, dass Ideenreichtum und Investitionsmut nach Jahren des Nachdenkens jetzt zum Erfolg führen und die Bauqualität der Hauptstadt erweitern.
Ein neuer Verkehrsknotenpunkt ist im Entstehen: Das Neue Ostkreuz Die bevorstehenden Jahre werden zu Jahren eines umfassenden Umbaues des traditionsreichen S-Bahnhofes Ostkreuz. Wer in Berlin auf dem Ring oder nach dem Umsteigen auf andere Linien den Bahnhof in seinem jetzigen Zustand einmal erlebt hat, ahnt die Dimension dieser Baumaßnahme. Jahrzehnte wurde geplant — jetzt steht für das 411-Millionen-Projekt der Spatenstich bevor. Es geht jetzt im September los mit dem Abriss der Brücken für die Fernbahn . Bereits im Gange sind die Arbeiten zur Verkürzung der Bahnsteigdächer vor der Fußgängerbrücke, um eine Behelfsbrücke errichten zu können. Die alte, unter Denkmalschutz stehende Brücke soll nach ihrer Sanierung später wieder aufgebaut werden. Nach dem Abschluss aller Arbeiten, über die wir in den nächsten Ausgaben von „Berlin-News“ weiter informieren werden, gibt es am Ostkreuz auch neue Bahnsteige für die Regionalbahnen am Ring und unter der S-Bahn-Halle. Dort befindet sich dann auch die neue Kynaststraße. Auch an diesem Projekt wird sich zeigen, dass nach Jahren des Stillstandes sich nun eine neue Zukunft an einer wichtigen Schnittstelle des Berliner Verkehrs abzeichnet.
Eine Berliner Spezialität: Attraktives Wohnen am Wasser Nun ist es nicht gerade brandneu, darauf hinzuweisen, dass auch in Berlin das Wohnen und Leben am Wasser zu den besonderen anspruchsvollen Eigenheiten gehört. Zwei Beispiele sollen dieses aus Berliner Sicht bekräftigen: — Auf der Insel im Tegeler Hafen sowie auf den benachbarten Festlandgrundstücken in der Karolinenstraße werden 21 Luxus-Reihenhäuser entstehen. Das Projekt wird 35 Millionen Euro kosten. Die Insel war 1987 zur Internationalen Bauausstellung künstlich angelegt worden. Seither gab es viele Nutzungsideen, die jedoch alle verworfen wurden. Die geplanten Häuser müssen wegen des problematischen Untergrundes mit acht bis zu 18 Meter tief reichenden Pfählen gegründet werden. Nach den Plänen des Architekten Hans-Joachim Prast erhalten die Häuser eine ökologische Klimatechnik, großzügige Fensterflächen und eigenen Bootsanleger. An diesem Beispiel zeigt sich die Richtigkeit der in den vergangenen Jahren für die Fachmesse bautec Berlin entwickelten Konzeption, nicht nur Baustoffe und Bautechnik im Mittelpunkt zu haben, sondern ganzheitlich, unter integraler Vernetzung mit Ökologie und Gebäudetechnik, zukünftiges Bauen zu präsentieren. Auch der berühmte Berliner Wannsee wird neu besiedelt. In der alten Kolonie Alsen, auf dem Gelände des einstigen Don-Bosco-Heims, sollen 135 Wohnungen in Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern entstehen. Zweifellos kein „einfaches“ Projekt, denn für die Umsetzung der Projektidee muss leider eine Kirche weichen, für die keine Nutzungschance besteht. Für das einstige Don-Bosco-Gelände des Salesianer-Ordens — mit vereinzelten Häusern, Sportplätzen und einem Reit-Therapie-Zentrum — wurde zwischenzeitlich ein Verkehrs- und Landschaftsgutachten vorgelegt, um einvernehmliche Lösungen, so z. B. hinsichtlich der Abstandsflächen, zu erzielen.
... und jetzt noch einige aktuelle Entwicklungen • Der Platz vor dem Deutschen Theater in der Schumannstraße, gegenwärtig eine Grünfläche, einem Parkplatz vor dem Theater und der Mensa-Nord, wird ein neues innerstädtisches Antlitz erhalten. Die Arbeiten für die neue Bundeszentrale der Heinrich-Böll-Stiftung sind voll im Gange. Anfang 2008 wird die Mensa- Nord der Humboldt-Universität abgerissen. Es wird dort ein Ensemble aus Wohn-, Büro- und Geschäftshaus entstehen. Ein neues Hotel „Western Grand Berlin Mitte“ ist bereits kürzlich eröffnet worden. • Auf dem Gelände der alten Schindler-Fabrik in Berlin-Alt-Mariendorf entsteht mit „Polaris“ ein Spaßbad und eine Skipiste, also ein Vergnügungspark futuristischer Prägung. Eine Halle im Stil eines Ufo, 70 Meter hoch und 305 Meter lang, ist in der Ringstraße 54 im Entstehen. Diese 150-Millionen-Euro-Investition wird im alten Industriegebiet neue Arbeitsplätze schaffen und die Lebensqualität erhöhen. Wir werden das Projekt in einer der nächsten Ausgaben vorstellen. • Eine neue Solarfabrik wird in Berlin-Adlershof entstehen. Die Start-Up-Firma Inventux investiert 49 Millionen Euro in ein neues Fabrikgebäude mit modernster Produktionstechnik für neuartige Dünnschichtmodule für die Solarbranche. Auf diesem Gebiet wird Berlin mit Blick auf die zunehmende Bedeutung neuer Technologien einer effizienten Energietechnik und für einen verbesserten Klimaschutz zu einem führenden internationalen Standort.
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 07-08/07
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Ausgabe 5 |
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"Hauptstadt mit Schwung - Berlin schließt auf!"
Über Berlin und seine bauliche Entwicklung zu schreiben, ist eine gleichsam interessante wie auch nicht immer einfache Aufgabe. Interessant deswegen, weil sich mit dieser Tätigkeit die Verantwortung verbindet, die wirklich aktuellen Projekte zu erkennen und zu kommentieren. Andererseits muss sich der Autor davor hüten, ein Bild zu zeichnen, was zu einer Überbewertung der bau-konjunkturellen Entwicklung in dieser Region führt. Also: Es ist im besten Sinne ein Spagat, eine Abwägung von „Pro und Contra“, eine immer wieder erforderliche Prüfung und Neueinschätzung.
Für die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung in der Stadt gibt es immer mehr gute Noten. So beurteilen führende Manager und Wissenschaftler, dass die Konjunktur in der Hauptstadt weiter anziehen wird. Zu diesem Ergebnis kommt das Managerpaneel, eine Umfrage der Zeitung „Der Tagesspiegel“ und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Knapp zwei Drittel der befragten Repräsentanten aus der Wissenschaft und Wirtschaft sind davon überzeugt, dass sich die Lage in den nächsten zwölf Monaten deutlich verbessern wird. Der Chef des DIW, Klaus Zimmermann, kennzeichnete dieses kürzlich mit den Worten: „Berlin schließt auf“. Gemeint ist damit, dass sich der Rückstand Berlins zum Wachstum in Gesamtdeutschland deutlich verringert hat. In punkto Beschäftigung wachse die Nachfrage sogar stärker als der Bundesdurchschnitt. Die IHK sieht den Aufschwung sehr robust und dauerhaft. Wie schon in den bisherigen Kommentaren „Berlin-News“ erkennbar, hat sich auch die Stimmung der mit dem Bau befassten Unternehmen, Planer und Projektentwickler, dem gesamten Baugewerbe und dem Handwerk sowie dem Baustoff-Fachhandel in der gesamten Region Berlin-Brandenburg spürbar verbessert. Allerdings muss auch gesagt werden: Die Stimmung ist in einigen Bereichen immer noch besser als die wirkliche Lage. Wie sieht es also aus? Bauen in Berlin ist gegenwärtig geprägt von vielen Einzelobjekten und neuen Großprojekten, deren Verwirklichung für die nächsten Jahre bevorsteht. Hier erwächst nach Jahren der Ernüchterung nach den „wilden Jahren der Nachwendejahre“ wieder so etwas wie eine kleine aber geschäftsbetonte „Berlin-Bau-Konjunktur“ mit neuen Chancen und Aufgaben für die Bauwirtschaft. Wenn in den Vorjahren öfters zu hören war, dass in dieser Region das Bauen keine Zukunft mehr habe, so wird diese Meinung jetzt eines Besseren belehrt. Die Hauptstadt baut weiter, sie wächst und orientiert sich an europäischen und internationalen Dimensionen, sie festigt ihr Image als eine Metropole mit eigenem Charakter. Damit wird Berlin auch immer mehr ein Standort für neue Technologien, für die Umsetzung von bautechnischen Aufgaben höchster Qualität, für Innovationen in vielen Bereichen der baulichen Umsetzung. Hier kann Berlin ein Beispiel im Sinne von bester Praxis im Wettbewerb mit anderen Standorten werden. Die Baustoffindustrie sollte diesen Wandel erkennen und die richtigen Konsequenzen ziehen.
Hier nun einige Aspekte der aktuellen Entwicklung:
Der Wohnungsneubau
Die Hauptstadtregion hat im Verhältnis zu anderen Bundesländern eine sehr gute Quote der Baufertigstellungen 2006 und auch trotz des Auslaufens der Eigenheimzulage und bundesweit stark rückläufigem Wohnungsneubau in Deutschland eine relativ gute Position (besser als in vielen anderen Regionen unseres Landes!). Der „Speckgürtel um Berlin herum“ ist weiterhin ein für den Eigenheimbau besonders attraktives Gebiet mit hervorragenden Wachstumsraten – auch in der nahen Zukunft. Und in der Hauptstadt selbst sind neue Wohngebiete ausgewiesen und geplant – also auch hier nicht ein Stillstand, sondern Bauzukunft.
Die Stadtplanung City-West Die renommierte Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ schrieb am 9. Mai 2007: „Aufbruch in der City-West“. In diesem Beitrag wird hervorgehoben, dass nach Jahren mit dem baulichen Schwerpunkt in der östlichen Innenstadt ein Lenkungsgremium des Senats gebildet wurde – getragen von den Vertretern der Bezirke, unter der Federführung der Stadtentwicklungsverwaltung. Eine bessere Koordination der Planungen in der unmittelbaren Umgebung des Bahnhofs Zoo, das geplante Riesenrad und der Ausbau des Geländes der Technischen Universität ist unabdingbar. Der Hardenbergplatz steht bei der Deutschen Bahn im Fokus der Planung: Hier will die Deutsche Bahn zusammen mit einem Investor ein zweistöckiges Einkaufszentrum errichten, das bis auf den Hardenbergplatz reichen soll. Bereits heute entsteht zwischen dem Theater des Westens und dem Bahnhof Zoo ein neues Hotel. An der Ecke Joachimstaler Straße / Kantstraße soll das sog. „Zoofenster“ in die Höhe wachsen und auch für das über der Kantstraße bestehende Schimmelpfenghaus gibt es Pläne für eine Neubebauung – für den „Atlas-Tower“. Dazu kommt, dass der Zoobogen an der Budapester Straße neu gestaltet wird: Ein Familienhotel sowie eine Einkaufspassage entstehen im sog. Bikinihaus, der Zoo-Palast bleibt als Kinostandort erhalten. Das gesamte Projekt steht unter der Anspruch eines Leitbildes, das ein großes Stadtgebiet zwischen der Urania im Osten, Fasanenstraße, Olivaer- und Hochmeisterplatz im Süden, Kaiser-Friedrich-Straße und Droysenstraße im Westen und Bismarckstraße sowie Landwehrkanal im Norden umfasst.
Bauen im Stadtzentrum
Seit einigen Tagen gibt es ein neues interessantes Prestige-Projekt: Das Industrieunternehmen Thyssen-Krupp baut am Schlossplatz, direkt neben dem ehemaligen Staatsratsgebäude der DDR, eine viergeschossige Hauptstadt-Repräsentanz. Das Unternehmen hat die Immobilie vom landeseigenen Liegenschaftsfonds erworben. Das geplante Bauvorhaben soll im Erdgeschoss für die öffentliche Nutzung, so z. B. für Ausstellungen und Veranstaltungen, zur Verfügung gestellt werden. Darüber werden sich die Büros für die Konzern-Repräsentanz befinden. Ein Architektenwettbewerb für das Projekt ist vorgesehen, gilt doch das Grundstück am Schlossplatz, gegenwärtig noch Straßenland, als eine besondere architektonische Herausforderung. Es ist als Neubau integriert in das „Planwerk Innenstadt“.
Ein neues Stadtviertel neben dem Hauptbahnhof
Nach der Ende 2006 erfolgten Inbetriebnahme des neuen architektonischen Meisterwerkes der Deutschen Bahn, des Berliner Hauptbahnhofs mit einer täglichen Nutzung von 300.000 Menschen, gibt es „im Vorgarten der Bundesregierung“ neue Ideen einer städtebaulichen Planung. Die Vivico Real Estate hat angekündigt, neben dem Hauptbahnhof mit dem Bau eines neuen Stadtviertels „Lehrter Stadtquartier“ beginnen zu wollen. Anfang 2008 – rechtzeitig im Umfeld der in Berlin stattfindenden Baufachmesse bautec – soll der Startschuss erfolgen. Es soll an der Südseite des Bahnhofes ein Ensemble aus fünf Gebäuden entstehen. Auf dem benachbarten Washingtonplatz ist ein Kubus für Büros in der Planung, nordöstlich vom Bahnhof soll ein Hochhaus die Gesamtplanung am Hauptbahnhof abrunden. Auch nebenan, am Humboldthafen, wird eine neue Großbaustelle beginnen: Der im Jahr 1850 fertiggestellte Humboldthafen soll zum Mittelpunkt des neuen Stadtviertels werden. Nordöstlich sollen Wohngebäude entstehen, auf der Südostseite ein Hotel. In der Planung sind weiterhin Büros, Läden, Galerien, Restaurants und auch Tiefgaragen-Parkplätze. Die Vertriebsleiterin des Berliner Liegenschaftsfonds – diese vermarktet die Flächen am Humboldthafen – sagte kürzlich der Berliner Zeitung: „Schon in wenigen Jahren wird dort Berlins größte innerstädtische Baustelle entstanden sein“.
Eine neue Skyline im Weltstadtformat – der Berliner Alexanderplatz
Der traditionsbeladene Alexanderplatz steht seit der Wiedervereinigung der Stadt im Blickpunkt der städtebaulichen Überlegungen. Vor einigen Jahren hatte der renommierte Berliner Architekt Hans Kollhoff seine Pläne für die sog. „städtebauliche Krone“ mit bis zu 13 konzipierten 150-Meter Türmen rund um den Alexanderplatz vorgestellt. Sie fanden seinerzeit Kritik, aber auch Zustimmung, zumal der Alexanderplatz eines der wichtigsten Entwicklungs-gebiete der Hauptstadt darstellt. Nach Jahren der Unbeweglichkeit scheint jetzt das Projekt wieder in den Blickpunkt zu rücken, so dass davon ausgegangen werden kann, dass wenigstens einige Projekte wie geplant bis zum Jahr 2013 fertiggestellt werden können. So soll direkt neben dem im Herbst 2007 vor der Eröffnung stehenden großen Einkaufscenter „Alexa“ (wir berichteten darüber) ein wolkenkratzerähnliches Hochhaus entstehen, errichtet vom portugiesischen Investor Sonae Sierra. Ein weiteres Baufeld mit der Reservierung für ein Hochhaus befindet sich gegenüber dem „Haus des Lehrers“, ein Projekt der Hines Immobilien GmbH. Geplant ist ein sechsgeschossiges Handelshaus. Der „öffentliche Druck“ wird in den kommenden Jahren zunehmen, so dass die Planungs- und Baugeschwindigkeit für eine neue Skyline sich hoffentlich bald steigern wird.
Es geht langsam los: Das Großprojekt Flughafen Berlin Brandenburg International (BBI)
Noch gibt es so manche kleine Unklarheiten hinsichtlich der Terminplanung für den BBI. Auch steht die Hauptfinanzierung für das zwei-Milliarden-Euro-Projekt noch nicht, soll aber noch in diesem Jahr sichergestellt werden. Sie ist europaweit ausgeschrieben worden. Die Flughafengesellschaft trägt als Eigenanteil am BBI-Projekt 440 Millionen Euro, die Länder Berlin und Brandenburg steuern 430 Millionen Euro bei. Nach neuesten Verlautbarungen der Flughafengesellschaft wird mit dem Bau der sog. „Airport-City“ Ende 2009 direkt am Terminal und zwischen den Landebahnen begonnen. Es sollen ein 440-Betten- Hotel, ein Kongresszentrum, Parkhäuser und -plätze für 12000 Pkw, Einrichtungen für den Einzelhandel und für Freizeit als ein urbanes Zentrum im Sinne eines modernen Marktplatzes entstehen. „Berlin News“ wird in der nächsten Ausgabe ausführlich die Planung erörtern. Der Bau des BBI-Bahnhofs kann nunmehr aber schon beginnen. Die Baugenehmigung wird für die nächsten Tage erwartet. Im Oktober 2006 hatten bereits die Bauarbeiten für die westliche Tunneleinfahrt begonnen. Nunmehr startet in den nächsten Wochen die aufwendige Beton-Gründung in einer Tiefe von 14,5 Metern. Es müssen 245 Beton-Pfähle, 16-20 Meter lang, mit einem Durchmesser von 150 Zentimetern, in den Boden gebohrt werden. Der Bahnhof wird eine Höhe von 5 Metern haben mit drei 405 Meter langen Bahnsteigen und sechs Gleisen für S-Bahn, Regional- und Fernverkehr. Der Airport-Shuttle soll den Flughafen mit einer Fahrzeit von 20 Minuten über die Dresdner Bahn mit dem Berliner Hauptbahnhof verbinden.
Auch das gibt es in Berlin: Neue Hafenprojekte
Dass Berlin im besten Sinne des Wortes eine Wasserstadt ist, weiß jeder, der diese Stadt besucht. Spree und Havel sowie viele Kanäle durchziehen die Stadt und verleihen ihr eine besondere Standortqualität. So sind die Städteplaner seit vielen Jahren auf die Idee gekommen, Quartiere in der unmittelbaren Umgebung des Wassers zu planen und zu bauen. Die bekannte Planung für die Wasserstadt Oberhavel in Berlin-Spandau aus den 80er Jahren ist dafür ein Beispiel, die aktuelle Planung für die Bebauung der Rummelsburger Bucht steht ebenfalls für diese Idee. Neu sind nun zwei weitere Projekte: Im Mai 2007 wurde der Grundstein für ein großes Shopping-Center im Tempelhofer Hafen gelegt. Der Hafen, zuletzt nur als ein Schrott- und Lagerplatz genutzt, wird im Rahmen eines 100-Millionen-Euro-Projektes eine städtebauliche Lücke am Südende des Tempelhofer Damms schließen. Es soll in nur 18 Monaten ein neues Stadtteilzentrum mit einem einer Fläche von 45000 Quadratmetern – davon 15000 Quadratmetern Wasserfläche – entstehen. Das bekannte Ullstein-Gebäude erhält dadurch eine neue Nachbarschaft. Das Bauareal zwischen der Ordensmeisterstraße und dem Teltowkanal besitzt seit seiner Inbetriebnahme als Hafen Speichergebäude, die kriegsbedingt und in der Zeit des kalten Krieges nur mehr behelfsmäßig als Speicher für die damalige Senatsreserve genutzt wurden. Diese sollen nunmehr saniert werden. Zusätzlich sollen vier Gebäude entstehen, die das Hafenbecken an drei Seiten umrahmen sollen. Auch diese Planung, eine Shopping-Meile, ein Parkhaus, ein „Kinderland“, ein Stadtbalkon entlang des Tempelhofer Damms und eine Verbindung mit einer holländischen Handkurbelfähre werden wir in einer der nächsten Ausgaben näher vorstellen.
Ein weiteres Wasserprojekt ist die Bebauung einer kleinen Insel im Tegeler Hafen mit 21 exklusiven Reihenhäusern.
... und zum Schluss: Es kommt ein neues Wahrzeichen in die Stadt. Zwischen dem Tiergarten und dem bebauten Stadtquartier an der Hertzallee soll mit 186 Metern Europas höchstes Riesenrad entstehen. Der bisher bekannte Entwurf vermittelt den Eindruck eines Raumschiffes. Na dann, es geht eben aufwärts in der Stadt!
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 05-06/07
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Ausgabe 4 |
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Ein Berliner Baufrühling stimmt optimistisch
Ich bin ein fleißiger Leser der in Berlin erscheinenden Tageszeitungen und beobachte mit aufmerksamen Augen das Baugeschehen in „meiner“ Stadt. Dieses verhilft mir, dank der informativen Berichte und meiner eigenen Recherchen, ein lebendiges Bild über aktuelle Planungen, Projekte und im Bau befindliche Bauvorhaben zu erhalten. Diese sind der Kern für „Berlin-News“ für alle Leser, die nicht das Glück haben, in der Hauptstadt zu leben bzw. öfters einmal vorbeischauen können.
Also: Wie es schon in den erschienenen Beiträgen deutlich wurde, ist Berlin als Stadt wieder auf dem Weg, eine große Bau(Schau)-Stelle zu werden. Nicht im Übermaß, aber doch an vielen Stellen der Stadt. Und da staunt man bisweilen nicht schlecht, welches Investitionsvertrauen in die Zukunft der deutschen Hauptstadt zum Ausdruck kommt, welche Innovationskreativität sich bei Projekten entlädt und wie damit die Stadt nahezu täglich ihre Attraktivität erhöht.
Treibende Kräfte dieses „Berliner Baufrühlings“ sind Gebäude für kulturelle Aufgaben, Areale für Dienstleistungen und Gewerbe, neue Wohnsiedlungen und wieder seit einigen Tagen Gebäude für Ministerien und nachgeordnete Behörden. Und alle Experten sind sich in der Prognose einig, dass es nicht nur ein kleines „Zwischenhoch“ ist, sondern eine, wenn auch im Vergleich zu den südlichen Bundesländern NRW und Niedersachsen verspätete, Rückkehr zu einer „Baukonjunktur made in Berlin“ Platz greift. Es wird für alle, die mit Planen und Bauen beruflich und geschäftlich zu tun haben, wieder interessant sein, auf den „Berlin-Zug aufzuspringen“.
Und pünktlich vor Redaktionsschluss berichtet der TAGESSPIEGEL Berlin am Montag, 23. 04. 2007: „Aufschwung erreicht jetzt auch Berlin. Mehr Aufträge, neue Jobs — der Bau erholt sich“. Heiko Stiepelmann, Vize-Hauptgeschäftsführer beim Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), sagte der Zeitung, dass die Auftragseingänge in Berlin und Brandenburg inzwischen erstaunlich sind. In Berlin gab es im Februar 2007 ein Plus von 60 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Und wenn auch die Zahlen für den Umsatz noch unter denen der westdeutschen Länder liegen, überwiegt Optimismus: Ein Viertel der Bauunternehmen erwartet nach einer Befragung der IHK für 2007 steigende Umsätze, die sich auch besonders bereits jetzt für 2008 abzeichnen. Ein neues Problem erscheint am Horizont : Der fachliche Nachwuchs, z. B. Bauingenieure, fehlen in einigen Bereichen und Unternehmen. Die Trendwende in der Region Berlin-Brandenburg macht überraschende Fortschritte und schafft damit gegenüber den Vorjahren eine veränderte Ausgangslage für die Bauwirtschaft, die Baustoffindustrie und alle am Bau beteiligten Zielgruppen!
Werden wir konkreter: Was gibt es zu vermelden?
So schlage ich z. B. die Berliner Tageszeitungen am Wochenende des 20./21. April auf und lese, dass im Zuge der Diskussion über die Parallelität von Ministerien und Regierungsbauten nun doch in der Hauptstadt „für die Zukunft vorgebaut“ wird.
Neue Bauten der Bundesregierung — Erweiterungen für die Zukunft
Gegenwärtig entstehen Neubauten für verschiedene Ministerien: Familie, Landwirtschaft, Umwelt, Arbeit, Verkehr.
· Futuristisch wird für 47,8 Mill. Euro bis Ende 2008 an der Südseite des Potsdamer Platzes das Umweltministerium entstehen — für 230 Mitarbeiter. In Bonn arbeiten z. Zt. noch etwa 450! · Das Familienministerium in Mitte investiert 47 Millionen Euro für einen Neubau mit zwei Innenhöfen am Alexanderplatz — Fertigstellung Ende Januar 2009. · Das Landwirtschaftsministerium baut in der Wilhelmstraße einen Anbau für 23,7 Millionen Euro — er soll im Jahr 2008 fertiggestellt sein. · In der Planung befinden sich ein Neubau für das Bundesverteidigungsministerium und ein Fortbildungszentrum für das Auswärtige Amt. Man kann sich ausrechnen, dass diese Bauvorhaben noch nicht das Ende auf dem Weg der Regierung nach Berlin sind.
Der Schlossneubau kommt in Fahrt
In die politische Diskussion über den Schlossneubau ist seit einigen Tagen Bewegung gekommen. Das Humboldt-Forum (wir berichteten bereits darüber) soll Gegenstand eines Architektenwettbewerbes werden mit dem Ziel, im Jahr 2010 mit dem Neubau beginnen zu können. Die Eröffnung soll im Jahr 2013 erfolgen. Dieses ist jedenfalls die Vorstellung des Bundesbauministers Wolfgang Tiefensee, der sich am 23. 04. 2007 mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit getroffen hat, um über die weiteren Schritte zu beraten. Die bisher strittige Frage des Zuschusses aus dem Berliner Landeshaushalt kann wohl dadurch gelöst werden, dass ein Landeszuschuss zwischen 30-50 Millionen Euro zu erwarten ist. Im Gegenzug soll das Land Berlin eine Fläche von rund 8000 Quadratmetern für die öffentliche Nutzung im Humboldt-Forum erhalten.
Die private Initiative zur Wiedererrichtung des Schlosses will allein 80 Millionen Euro beisteuern. Der Bund wird sich mit einem nennenswerten Zuschuss beteiligen. Das Humboldt-Forum mit seinen dann außereuropäischen Sammlungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, mit den Dahlemer Museen, mit wissenschaftlichen Sammlungen und der Landesbibliothek könnte — geschmückt mit der alten Stadtschlossfassade — zu einem neuen Wahrzeichen Berlins werden, zu einem Anlaufpunkt für Kunstexperten, für Denkmalschützer, für Architekten aus aller Welt, für Freunde der Stadt Berlin!
Die Flaute am Berliner Büromarkt nähert sich dem Ende!
Alle Zeichen auf dem Berliner Büromarkt stehen auf „grün“! So spricht Wulff Aengevelt, geschäftsführender Gesellschafter von Aengevelt Immobilien Berlin, sogar von einer „Dynamisierung des Marktes“. Die Anzeichen einer Belebung des Berliner Büromarktes sind deutlich erkennbar. Die Leerstandsquote hat sich spürbar verringert. Einhellige Meinung der Verantwortlichen auf dem Immobilienmarkt: Ab 2008 wird wieder mit einer Zunahme bei Büro-Neubauten gerechnet. Dafür bekommen City-Randlagen eine Chance: Der Umsatz in diesen Randlagen der Innenstadt stieg auf 40 % (Vorjahr: 30 %). Die Anziehungskraft der Hauptstadt für Investoren nimmt in dem Maße zu, wie das Interesse von wissenschaftlichen Institutionen, von TOP- Dienstleistungs-unternehmen, von Forschungsstätten etc. Berlin erreicht. Die Trendwende wird sich mit dem Jahr 2008 in konkreten Bauplanungen ausdrücken, die dem Baumarkt der ganzen Region einen Auftrieb beschert.
Kunst, Forschung & Kultur: Markenzeichen der deutschen Hauptstadt in Europa
Die Staatsbibliothek Berlin mit Neubauten und einer Generalsanierung.
Die große Zunahme von Besuchern Berlins ist das Ergebnis des großen Angebotes der Stadt auf allen Gebieten der Kunst und Kultur. Auf diesem Gebiet begegnen sich gegenwärtig zwei interessante Beweise: Bereits seit dem Mai 2005 wird am Standort Unter den Linden 8 an einer ganzheitlich geführten Gesamtbibliothek gebaut. Ab dem Jahr 2008 werden der Staatsbibliothek zu Berlin an ihrem Standort Unter den Linden sukzessive Neubauten übergeben, parallel läuft die Generalsanierung des Gebäudes bis zum Jahr 2011/2012. Wenn man mit der S-Bahn in Richtung Alexanderplatz (auch bald eine neue große Baustelle in Berlin!) fährt oder einen Spaziergang in der historischen Straße Unter den Linden unternimmt, sieht die Baukrane dieser Großbaustelle gen Himmel wachsen.
Neu gebaut werden der Allgemeine Lesesaal, Tresormagazine, ein Freihandmagazin, ein Lesesaal für Seltene Drucke und Öffentlichkeitsbereiche. Mit der Generalsanierung werden u. a. die Magazine für den Hauptbestand sowie Lesesäle und Magazine der Sonderabteilungen hergerichtet. Damit erhält in den kommenden Jahren auch das Haus Unter den Linden jene funktionellen Bereiche, die zur Erfüllung der Grundkonzeption der „Einen Bibliothek in zwei Häusern“ (der andere Standort befindet sich in der Nähe des Potsdamer Platzes in der Potsdamer Straße) notwendig sind. Dieses Haus wird zur „Forschungsbibliothek der Moderne“ ausgebaut. Das große Gebäude Unter den Linden entwickelt sich zur Historischen Forschungsbibliothek. Die bautechnisch anspruchsvolle Baustelle — z. B. wurde nach dem Abriss der Magazintürme im Innenhof in einer Tiefe von 13 Metern im technisch anspruchsvollen Hochdruckinjektions-Verfahren (HDI) die Gründungssohle eingebracht — ist ein Lehrbeispiel für die Nutzung moderner Bauverfahren und einer Hochtechnologie unter Wahrung der historischen Bausubstanz.
Die Baustelle Museumsinsel: Ein Denkmal im Dialog
Nur einige Schritte von der Baustelle Staatsbibliothek entfernt stoßen wir auf eine anderes Großprojekt: Die Museumsinsel. Gegenwärtig ist das Neue Museum völlig eingerüstet. Nach dem vor einigen Jahren fertig gestellten modernisierten Alten Museum wird nun das Neue Museum außen und innen den Erfordernissen der Museumstechnik, des Denkmalschutzes und der Gesamtarchitektur angepasst. Eine Großinvestition der Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Zukunft der Stadt, besser gesagt des ganzen Landes und Europas.
Die fünf bestehenden Museen — das Bode- Museum wurde nach langjähriger Modernisierung im vergangenen Jahr der Öffentlichkeit übergeben und ist heute ein Wallfahrtsort für Berlin-Besucher — bringen täglich bis zu 15.000 Besucher in das Areal der Museumsinsel. Bis zu 60 Prozent in geführten Gruppen. Diese Situation führt nun zur Notwendigkeit, die Rückseite des Neuen Museums am Kupfergraben für einen Neubau zu nutzen, der Flächen für Besuchergruppen, Medienräume, das Auditorium sowie Räume für Shops und Gastronomie aufnehmen soll. Der erste Entwurf des britischen Architekten David Chipperfield hat zu Protesten geführt — an der Spitze auch durch eine Bürgerinitiative mit Günter Jauch. Der Protest stützt sich auf die Kritik, dass der geplante Neubau den Blick auf das Neue Museum nicht verstellen soll. Jetzt wird für den Juni 2007 ein neuer Entwurf vom Architekten erwartet — wohl ein Kompromiss, der sich besonders in der Baustoffwahl für die Außengestaltung ausdrücken wird. „Berlin News“ wird über die Entscheidung berichten.
Zukunftsbaustelle Alexanderplatz
Noch einmal zum Alexanderplatz Berlin: Hier wird sich in der Zukunft viel Neues zeigen. Bereits jetzt entsteht an der Ostseite das große moderne Einkaufszentrum Alexa (wir berichteten darüber in der letzten Ausgabe). Die Einweihung ist noch für dieses Jahr geplant.
Vor dem Start steht der Bau der neuen Tiefgarage Alex zwischen dem Hotel Park Inn und dem Bundesumweltministerium. Ende 2008 wird diese fertig gestellt sein. Alle Arbeiten „rund um diese Tiefbaustelle“ dauern bis zum Jahr 2009. Dann folgen aber andere Großbauprojekte: Nach der Komplettsanierung des Hotels Park Inn beginnt dann der Bau des Geschäftshauses der Immobiliengruppe Hines an der Ecke Alexander/Grunerstraße. Das bisher gültige Nutzungskonzept sieht den Bau von sieben Turmhochhäusern vor. Der Platz mit einer Gewerbefläche von 815.000 Quadratmeter zielt auf eine Mischung von Einzelhandel, Gastronomie, kulturellen Einrichtungen, Hotels, Dienstleistungen, Büros und Wohnungen ab. Der Alexanderplatz — früher ein großer Mittelpunkt im östlichen Teil der Stadt — avanciert so in den bevorstehenden Jahren zu einem hochinteressanten Beispiel für Architektur, Stadtplanung, Baustoffwahl und Infrastruktur. Die Zukunft hat hier jetzt erst richtig begonnen!
... und hier weitere Beispiele einer aktuellen Bautätigkeit!
„Berlin News“ ist voller Elan. Über viele neue Projekte könnte man berichten — in der nächsten Ausgabe werden wir wieder über einzelne prominente Baustellen unterrichten. So z. B. über die Baustelle „Tränenpalast“ in der Friedrichstraße, über das Großprojekt einer Gewerbeansiedlung mit Wohngebäuden an der Ecke Unter den Linden/Friedrichstraße, über den Bauzustand des großen Möbelhauses am Sachsendamm, über die geplante Sanierung bzw. den Neubau des ehrwürdigen „Prälat Schöneberg“ und über ein geplantes Einkaufszentrum am Rathaus Tempelhof.
Wie am Beginn gesagt: Wenn man Berlin heute aufmerksam beobachtet, so schwingt neben der generellen Begeisterung für eine Stadt des Wachsens und Werdens der Bauoptimismus mit. Das ist eine gute Basis für die Zukunft dieser Stadt!
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 03-04/07 |
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Ausgabe 3 |
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„Berlin News“ hat sich in den beiden ersten Ausgaben mit der aktuellen Situation auf dem Gebiet der Bauplanung in Berlin und damit der bauwirtschaftlichen Entwicklung in der Region der Hauptstadt befasst. Die kommenden Ausgaben werden diese Richtung fortsetzen und die Analyse auf die gesamte Region Berlin-Brandenburg erweitern.
Also: Was gibt es Neues in Berlin und um Berlin herum?
Als Beobachter der Berliner Bauszene und gewissenhafter Leser der in Berlin erscheinenden Tageszeitungen fällt es schon auf, dass in jeder Woche über neue Projekte und begonnene Baustellen berichtet wird. Das ist für die Berliner und Brandenburger Bauwirtschaft ein gutes Zeichen, waren doch die vergangenen Jahre nach dem Boom in den „Nachwendejahren“ in ihrer Entwicklung deutlich hinter die prosperierenden Regionen im Süden, Südwesten und Westen Deutschlands zurückgefallen. Schnell breitete sich im Land eine fest gefügte Meinung aus, dass im Osten Deutschlands, vornehmlich in der Region Berlin/Brandenburg, aus der Sicht der Bauwirtschaft keine nennenswerte Geschäftsentwicklung mehr zu erwarten sei. Die angesprochenen Meldungen und Nachrichten sprechen objektiv jedoch eine andere Sprache.
Auch wenn es bereits geschrieben wurde: Die deutliche Verbesserung der Baukonjunktur, die sich vor allem in den süddeutschen Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, in Hessen, in Rheinland-Pfalz und in NRW in sehr positiven Zahlen für Bauaufträge niederschlägt, ist auch in Berlin-Brandenburg zu spüren. Der konjunkturelle Optimismus bewirkt jetzt in der Bauwirtschaft der beiden Länder Impulse für Neuplanungen und Investitionen, die über viele Jahre endlich wieder auch in dieser Region für Zuversicht sorgt. Ein Träger des Aufschwungs ist der Wohnungsbau, der allein in Berlin um ca. 5,8 Prozent anwachsen wird. Internationale Investoren entdecken Berlin wieder für Planungen. Ein Beweis dafür sind die Baugenehmigungen, die 2006 um 600 Prozent gestiegen sind. Auch die Wirtschaft ist am Aufschwung der Branche beteiligt: Der Erhalt, der Ausbau, die Modernisierung des Bestandes an gewerblichen Bauten ist ein Thema der Jahre 2007/08. Und auch der Straßenbau hat in Berlin-Brandenburg eine Umsatzerweiterung in 2006 um 23 Prozent erfahren.
Um nicht missverstanden zu werden: keineswegs geht es darum, die „kleine Baukonjunktur“ in Berlin und auch im Nachbarland Brandenburg „hochzuschreiben“ bzw. ein unrealistisches Gesamtbild zu vermitteln. Derjenige, der tagtäglich die bauliche Entwicklung in der Region verfolgt, kommt nicht umhin, festzustellen: Es bewegen sich in vielen Bereichen neues Denken, neue Ideen und auch konkret neue Projekte. In Berlin entstehen gegenwärtig „Leuchttürme“ an vielen interessanten Plätzen: Das „Alexa“ am Alexanderplatz, die O2-World der Anschutz Entertainment Group auf der Fläche des ehemaligen Ostgüterhafens zwischen der Rummelsburger Bucht und Mühlenstraße, ein großes Möbelcenter am Sachsendamm, das geplante Humboldt-Forum am Schlossplatz, die Planung für die Neugestaltung des westlichen Breitscheidplatzes an der Gedächtniskirche mit dem Abriss des Schimmelpfeng-Hauses, die Neuplanung für das „Wertheim-Areal“ am historischen Leipziger Platz etc.
Alles kommt nicht von ungefähr: Die jahrelange wirtschaftliche Misere in Berlin ist überwunden. Die Berliner Morgenpost berichtet in ihrer Ausgabe vom 12. Februar 2007: „IHK- Konjunkturklima-Index für Berlin und Brandenburg auf Rekordhoch.“ Die Statistik ermittelt, dass die Erwartungen, vor allem die Stimmung, so gut sei wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Der Konjunkturklima-Index ist von 110 auf 128 Punkte gestiegen.
Dieser Wandel ist nicht allein das Ergebnis wirtschaftlicher Fakten. Berlin ist und bleibt eine europäische Metropole, die wie keine andere Stadt in Deutschland ein ganzheitliches Angebot verwirklicht: Eine sich kontinuierlich verjüngende Stadt — trotz des großen Anteils älterer Menschen und Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst — mit mehr Dienstleistungen, mehr Unternehmensgründungen, mehr Wissenschaft und Forschung, mehr Medien und mehr Esprit!
„Leuchttürme“? Hier einige Beispiele aus verschiedenen Nutzungsbereichen:
1. Beginnen wir mit dem Sport- und Unterhaltungsbereich und einer der größten Baustellen in der Stadt: Im September 2006 war der Baustart für die Multifunktionsarena der Anschutz Entertainment Group, für die O2 World. Hier geht es um eine der modernsten Multifunktions-Arenen der Welt mit einem Fassungsvermögen von bis zu 17.000 Besuchern. Auf einer Fläche des ehemaligen Ostgüterbahnhofes zwischen der Warschauer Brücke, dem Rummelsburger Platz und der Mühlenstraße entsteht eine Halle der Superlative: Länge 160 m, Breite 130 m, Höhe 35 m mit einem Bruttorauminhalt von ca. 500.000 qm (entspricht 100 Einfamilienhäusern). Die Gesamtfläche der Arena beträgt 60.000 qm, die Platzflächen haben 12.000 qm, die Straßen und die Erschließung benötigen 48.000 qm. Die Fassadenfläche der Arena ist rd. 20.000 Quadratmeter groß, die Stahlkonstruktion des Daches wiegt rd. 1.770 Tonnen. Für den Rohbau der Arena werden rd. 35.000 Kubikmeter Beton und ca. 7.000 Tonnen Bewehrungsstahl benötigt. Das Dach erfordert ca. 1.500 Tonnen Stahl. Und besonders für den Wirtschaftsstandort Berlin wichtig: Bis zu 700 Menschen werden im Laufe der kommenden zwei Jahre am Bau beteiligt sein! Mit der neuen Arena entsteht der Kern eines neuen Stadtquartiers mit der Aufwertung des Spreeraums, der in den kommenden Jahren weitere Investoren nach Berlin bringen wird. Auch führt dieses große Projekt zu einer Aufwertung der Nachbarbezirke Friedrichshain und Kreuzberg. In den ersten drei Jahren sollen über 300 Events mit mehr als drei Millionen Besuchern in der Arena stattfinden. Oberstes Ziel der Investoren, der Anschutz Entertainment Group als einem der führenden Sport- und Unterhaltungsveranstalter der Welt, ist es, mit der Halle eine Brücke zu schlagen zu den Unterhaltungs-Metropolen Las Vegas, Los Angeles, New York und London. Die Bauzeit wird voraussichtlich 24 Monate betragen. Die Besucher der bautec 2008 Berlin können sich dann schon über eine „fortgeschrittene Baustelle“ freuen. Die Eröffnung ist für den September 2008 geplant.
2. Im Kulturbereich steht die Museumsinsel in der Nähe des Berliner Doms im Blickpunkt. Nach der Eröffnung des renovierten Bodemuseums im Jahr 2006 soll es in den kommenden Jahren zu einer Erweiterung der Museumsinsel kommen. Auf dem 12.545 qm großen Gelände der ehemaligen Charité-Frauenklinik, schräg gegenüber dem Bode-Museum, soll die denkmalgeschützte Immobilie modernisiert und neuen Nutzungen zugeführt werden. Das Bieterverfahren in der Verantwortung des Liegenschaftsfonds des Landes Berlin ist im Gange. „Berlin News“ wird über die weitere Entwicklung dieses Projektes berichten.
3. Das traditionelle Wertheim-Areal am Leipziger Platz ist, wir berichteten bereits darüber, verkauft worden. Jetzt beginnt die Planung für Neubauten mit dem Ziel, noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen zu können. Es wird davon ausgegangen; dass auf dem 22.000 Quadratmeter großen Gelände Neubauten mit einer Gesamtfläche von 90.000 Quadratmetern gebaut werden — Büros, Läden und Wohnungen.
4. Schon für alle Gäste der S-Bahn ersichtlich, wächst täglich auf dem Gelände des ehemaligen Weihnachtsmarktes am Alexanderplatz das „Alexa-Center“ — ein modern angelegtes Einkaufs- und Freizeitzentrum. Der Rohbau ist weitgehend abgeschlossen — die Eröffnung soll bereits im Herbst 2007 erfolgen. Interessanter Aspekt der Planung ist, die dortigen 18 S- Bahnbögen in die Konzeption einzubeziehen und dort Läden und Restaurants vorzusehen.
5. Von großem innerstädtischen Interesse ist das Projekt, das am Breitscheidplatz befindliche Schimmelpfeng-Haus — neben dem bekannten Kino Zoopalast — abzureißen und dort auf dem acht Hektar großen Areal drei neue Gebäude zu errichten. Das Projekt der Frankfurter Casia Immobilien-Management GmbH basiert auf einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan mit einem Durchführungsvertrag und soll in der Kombination von Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel, Verwaltung, Büronutzung und Wohnen bestehen. Das Investitionsvolumen soll 230 Millionen Euro betragen. Es existiert aber eine Einschränkung: Der Bauherr darf das Schimmelpfeng-Haus erst dann abreißen, wenn der Neubau beginnt und eine Finanzierungserklärung vorliegt. Die Nutzfläche der drei geplanten Gebäude beträgt 44.700 Quadratmeter. Markanter Blickfang sollen zwei ineinander versetzte gläserne Hochhaustürme an der Kantstraße sein, dort wo heute noch das Parkhaus am Schimmelpfeng-Haus seinen Platz hat. Die Hochhäuser werden 33 Etagen haben und wie das Zoofenster fast 120 Meter hoch sein.
6. In Berlin-Mitte, unweit vom Alexanderplatz an der Ecke Mollstraße/Otto-Braun-Straße, wird ein großes neues Gesundheitszentrum geplant. Damit beginnt für das gesamte Areal um den historischen Alexanderplatz jetzt der Start für die schon seit langem geplante Neukonzeption mit vielen neuen Bauvorhaben, die „Berlin News“ in der nächsten Ausgabe vorstellen wird.
7. Die aktuellste Meldung auf dem Gebiet der Bauplanung kam am 14. Februar: Im Berliner Stadtteil Steglitz soll an der Schlossstraße, an der Stelle, wo ehemals Wertheim und Karstadt ihre Kaufhäuser hatten, ein „zweites KaDeWe“ für Berlin entstehen. Das Projekt soll in seinen Ausmaßen und in seiner Konzeption alle bisherigen Bauprojekte in diesem Quartier übertreffen. Der Projekttitel ist „Boulevard Berlin“, eine „Stadt in der Stadt“. Auf einer Fläche von 50.000 qm sollen für 390 Millionen Euro bei einer Bauzeit von ca. vier Jahren drei Gebäude, verbunden durch Passagen, Fußgängerzonen und Brücken, entstehen — für Einkaufszentren, Galerien und gastronomische Betriebe. Der Bezirk ist ohnehin gegenwärtig in Berlin ein Kerngebiet für mutiges und optimistisches Investment: Im Herbst 2007 eröffnet unweit vom geplanten „Boulevard Berlin“ am Walther-Schreiber-Platz das 80 Millionen teure „Schloss-Straßen-Center“, das Forum Steglitz wurde für 40 Millionen Euro modernisiert und um 8.000 Quadratmeter auf 32.000 Quadratmeter erweitert.
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 01-02/07
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Ausgabe 2 |
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„Berlin News“ hat sich in der ersten Ausgabe vorgestellt. Zugegeben, noch etwas „unbeholfen“ und unkonkret. Das soll sich nun im neuen Jahr ändern.
Am Anfang stehen die besten Wünsche für alle Freunde der Hauptstadt. Berlin freut sich, viele Leserinnen und Leser auch im Jahr 2007 willkommen heißen zu können. Denn die Stadt ist voller Elan und Ideen, auch wenn hin und wieder nur die leider unerfreuliche Finanzlage der Stadt die Medien bestimmt. Nein, Berlin ist und bleibt eine Stadt mit Verve, mit Impulsen, mit einer unübertrefflichen Anziehungskraft für die junge Generation, offen für Neues auf allen Gebieten. Berlin war und bleibt eine Baustelle für die Zukunft.
Anfangs der 90er Jahre wurde von der Gesellschaft für Hauptstadtmarketing der Slogan „Baustelle Berlin – Schaustelle Berlin“ geprägt. Damit war die Absicht verbunden, das schon Geleistete im baulichen Wachstum der Stadt den Menschen zu präsentieren. Es war allen Verantwortlichen klar, dass Berlin eigentlich nie richtig „fertig“ sein kann. Berlin ist ein Bau- und Schauplatz mit stets neuen Erkenntnissen, Wettbewerben, Bauaufgaben, Ausschreibungen. Dieses zeigt sich am Jahresbeginn 2007 an vielen Stellen der Stadt. Planungen gehen weit über die Jahre 2007/2008 hinaus. Berlin, ja die ganze Region Berlin-Brandenburg erfährt gegenwärtig einen Motivationsschub, der sich auf viele Gebiete der Wirtschaft, der Bildung, der Kultur und auch, wenn nicht übertrieben, auf das Bauen auswirkt.
Der Jahresbeginn 2007 zeigt optimistische Vorzeichen:
O Der Unternehmerverband Berlin stellt fest, dass 2006 die wirtschaftliche Trendwende offenbar geschafft wurde. Die Hoffnungen und Erwartungen stützen sich auf regionale Zukunftsbranchen: Luftfahrtindustrie, die Bereiche Automotive und Medizintechnik, Biotechnologie, die Chemieindustrie und die Solarwirtschaft. Schon in den vergangenen Jahren ist Berlin zu einem der wichtigsten Medien- und Dienstleistungszentren Deutschlands gewachsen. Innovationen werden noch stärker als schon bisher ihren Ursprung in Berlin haben. Besonders erfreulich ist, dass der Mittelstand auch in Berlin neue Jobs schaffen wird. Berlin ist eines der führenden Länder für Unternehmensgründungen geworden. Erstmals seit Jahren ist die Zahl derer, die in Berlin Personal einstellen wollen, größer als die Zahl derer, die Arbeitsplätze streichen wollen.
O Die Länder Berlin und Brandenburg haben ihre Chance erkannt, die in der Bündelung der Kräfte liegt. Es wächst eine deutsche Hauptstadtregion zusammen, die nicht mehr einen der letzten Tabellenplätze im Ranking der deutschen Wirtschaft einnimmt. Im Gegenteil: Brandenburg kann 2006 mit der besten Wirtschaftbilanz nach Jahren aufwarten. So konnte die Industriestruktur ausgebaut werden, der Export von Produkten aus Brandenburg hat in den ersten drei Quartalen des Jahres 2006 die Grenze von sechs Milliarden Euro übersprungen – ein Zuwachs von 28 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum! Das verarbeitende Gewerbe ist im Aufwind, die Zahl der neuen Arbeitsplätze ist seit der Jahresmitte 2006 deutlich im Wachsen.
O Berlin ist die Hauptstadt der Architekten und Planer. Die „Berliner Morgenpost“ dokumentiert in einer speziellen neuen Serie diese Entwicklung und stellt einige herausragende Architekten und Teams mit ihren Arbeiten und internationalen Leistungen vor. Im Vordergrund stehen auch Bauten in Berlin, die einen modernen, avantgardistischen Baustil verkörpern. In Berlin erreicht die Baustoffindustrie wie kaum in einer anderen Stadt Deutschlands Architekten und Planer, die repräsentativ national und international im besten Sinne „Berliner Baumeister“ sind.
O Die Bauwirtschaft der Region partipiziert von dieser erfreulichen Entwicklung und vom Stimmungswandel. Wieder wird nach einer Periode der Beruhigung in der Region, speziell in Berlin, mehr gebaut. Natürlich gibt es nicht mehr die ganz großen Schlagzeilen und Superprojekte. Aber neue Großaufgaben für alle Partner der Bauwirtschaft stehen an – hier einige Beispiele:
O Im Vordergrund der Bau des Großflughafens Berlin-Brandenburg-International (BBI) in Berlin-Schönefeld. Hier wird ein großes neues Wirtschaftszentrum im Umfeld des Flughafens und am Rande der Hauptstadt entstehen. Bei den ersten Aufträgen wurden erfreulicherweise Unternehmen aus der Region berücksichtigt. Bis 2012 rechnet man mit circa 40.000 neuen Arbeitsplätzen.
O Drei große Bauprojekte entstehen im Kiez von Berlin, am traditionellen Kollwitzplatz im Bezirk Prenzlauer Berg. Es entsteht dort das „Palais Kolle Berlin“ des Schweizer Architekten Marc Koller. Das Gebäudeensemble ist vornehmlich als Wohnobjekt mit grünen Innenhöfen geplant. Die Fassaden der Häuser werden mit historischen Elementen bestückt. Loggien, Erker, Konsolen und Dekomalereien sollen an die Baukunst im Paris der 20er Jahre erinnern. Integriert in das Ensemble sind ein siebengeschossiges Energiesparhaus und einer der größten Biomärkte Europas. Das gesamte Ensemble soll ein Vorzeigeobjekt für ökologisches Bauen werden. Hier eröffnet sich für die Bauwirtschaft, wenn auch anfangs ungeliebt und oft verspottet, eine Aufgabe, der die Planer und die Baustoffindustrie mit neuem Elan nachgehen sollten.
O Am neuen Hauptbahnhof in Berlin wird ein großes neues Stadtquartier entstehen. Das Ergebnis des Realisierungswettbewerbes steht in Kürze bevor. Und: Ein weiteres Großprojekt wird die Sanierung des traditionellen Ostkreuzes der S-Bahn sein. Die vorbereitenden Arbeiten haben bereits begonnen – die geplanten Kosten belaufen sich auf 411 Millionen Euro, die Baustelle wird auf 10 Jahre geschätzt. Generell werden im Verkehrsbau weitere Investitionen folgen. Der Bau der sog. „Kanzler-U-Bahn“ mit dem Teilstück zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor mit Halt am Reichstag soll vorangetrieben werden. Der Baubeginn für die S-Bahnstrecke der Linie 21 – die sog. Nordanbindung an den Hauptbahnhof – soll im ersten Bauabschnitt Ende 2007/Anfang 2008 sein. Die Großbaustelle soll dann bis 2012 laufen.
O Von großem Interesse für die Öffentlichkeit wird der Neu- bzw. Umbau des bekannten Kudamm-Karrees, also des von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bank gekauften Areals mit den beiden historischen Boulevard-Theatern „Theater am Kurfürstendamm“ und „Komödie“. Beide Bühnen sollen in die Ensemble-Planung einbezogen werden.
O Im alten Zentrum Berlins, in der Nähe des Doms und der Abriss-Ruine des „Palastes der Republik“, befindet sich ein 2439 Quadratmeter großes Areal an der Friedrichwerderschen Kirche – in unmittelbarer Nähe der alten, noch nicht wieder aufgebauten Bauakademie. Hier sollen neue Wohn- und Bürogebäude entstehen.
O Kurz vor dem Jahresende wurde das historische „Wertheim-Areal“, eines der letzten Filet-Grundstücke in Berlin am Leipziger Platz, an einen Investor verkauft. Damit wurde der Weg frei für eine Bebauung, um dem Leipziger Platz seine Form des Achtecks zurück zu geben. Der Senat von Berlin geht davon aus, dass das gegenwärtige unansehnliche Grundstück bis 2010/2011 neu gestaltet und bebaut sein wird.
Nach der eher etwas zufälligen Auflistung von Objekten und Projekten wird „Berlin News“ in den nächsten Ausgaben sich speziellen Themen zuwenden, die der Leserschaft einen transparenten Überblick über das Baugeschehen in der Region Berlin-Brandenburg vermitteln. Am Rande sei vermerkt, dass wir Berliner der in München im Januar 2007 stattfindenden Baufachmesse BAU einen großen Erfolg wünschen. Dieses würde den Interessen aller Baufachmesse-Veranstalter im gegenwärtigen Wettbewerb mit anderen Kommunikationsformen und -instrumenten sehr entgegenkommen.
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 11-12/06
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Ausgabe 1 |
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„Berlin News“ ist der Titel einer mit dieser Ausgabe startenden Informationsreihe, die sich schwerpunktmäßig mit Baupolitik aus der Sicht der Region Berlin-Brandenburg befasst und Sachverhalte, Themen, Argumente und bautechnische Entwicklungen mit ihren Chancen für die baukonjunkturelle Entwicklung generell, aber besonders für die Region Berlin-Brandenburg, analysiert.
Unterstützt wird diese Reihe von der Messe Berlin GmbH, die intensiv die in der Fachwelt anerkannte Baufachmesse bautec Berlin für das Jahr 2008 vorbereitet.
Die Informationsreihe soll anregen, sich mit Kernthemen der Messepolitik als zeitgemäßes Kommunikationsinstrument für alle Schwerpunktthemen der Bauwirtschaft — auf der Grundlage neuer Anforderungen und Prioritäten — auseinander zu setzen.
Die Messestadt Berlin GmbH baut kontinuierlich ihre Position im internationalen Messegeschehen aus. Auf nationalem Gebiet orientiert sich die Messepolitik auf eine themenorientierte Ausrichtung mit starker Konzentration auf die jeweiligen Anforderungen der ausstellenden Wirtschaft und der Besucher.
Die Internationale Baufachmesse bautec Berlin ist ein Beispiel für eine flexible, der bautechnischen und baupolitischen Entwicklung angepasste Fortentwicklung seit ihrem Bestehen. Sie hat ihren festen Platz im deutschen Kalender der Baufachmessen und ist eine Fachmesse mit besonderen Themenschwerpunkten für alle in der Baufachwelt verantwortlichen Zielgruppen und Partner. Nach einem durch die rezessive Entwicklung der vergangenen Jahre bewirkten Denkpause von Untenehmen und auch einer daraus bewirkten Zurückhaltung bei Beteiligungen auf Baufachmessen ist die Erkenntnis wieder gewachsen, dass die elementare Grundaufgabe von Fachmessen, im direkten Dialog mit allen wichtigen Partnern der Bauplanung und Bauausführung einen ergebnisoffenen Dialog zu führen, ein kosteneffektiver und von den Zielgruppen als Besucher auch wieder stärker anerkannter Weg der Informationsselektion ist. Baufachmessen stehen allerdings in der Pflicht, diesen Dialog selektiv und auf einem hohen fachlichen Niveau vorzubereiten und mit Impulsen und Leben zu erfüllen. Diesem Ziel sieht sich auch die Berliner Baufachmesse bautec 2008 verpflichtet.
„Berlin News“ berichtet, beginnend mit der ersten Ausgabe, kontinuierlich über konzeptionell-inhaltliche Schwerpunkte der bautec 2008 Berlin, die im Zeichen eines generellen optimistischen Stimmungswandels der Bauwirtschaft steht, der, belegt durch Prognosen führender Experten, zunehmen auch in den Neuen Bundesländern seinen Niederschlag findet.
„Berlin News“ sieht folgende wichtige Eckpunkte für die vor uns liegenden Jahre:
• Der Nordosten Deutschlands erwartet steigende Bauinvestitionen im Zuge einer sich verbessernden Entwicklung der Gesamtwirtschaft. Der Wohnungsbau hat sich nach einer langen Durststrecke wieder stabilisiert. Auch wenn beim Neubau keine großen Zuwachsraten erwartet werden, wird die Erneuerung des Wohnungsbestandes, wie bereits in den Vorjahren, starke Investitionsimpulse setzen. Dieses wird gefördert durch das von der Bundesregierung für die Jahre der laufenden Legislaturperiode aufgestockte Programm für die KfW-Gebäudemodernisierung sowie die Erkenntnisse und Konsequenzen des ab dem 01. 01. 2008 in Kraft tretenden Gebäudeenergiepasses. Stärkere Impulse werden für den gewerblichen Bau und den Tiefbau erwartet. Hier ist die Region Berlin-Brandenburg ebenso wie die anderen Neuen Bundesländer „mit im Boot“. „Berlin News“ wird sich in den nachfolgenden Ausgaben speziell mit diesen Themen befassen, so z. B. mit der Planung für das größte Bauvorhaben der Region, den Flughafen Berlin-Brandenburg International, den daraus erwachsenden Infrastrukturmaßnahmen z. B. im Verkehrsbau usw.
• Die Bautechnik steht mit ihren Entwicklungen bei der systembezogenen Bauausführung und einer hohen Qualität von Bauleistungen und Baustoffen in besonderer Verantwortung. Bauen ist aus der Sicht einer erhöhten Kosteneffizienz, den sich verstärkenden Anforderungen eines Beitrages zur EU-Klimaschutzpolitik und auch neuen Erkenntnissen der Architektur eine wirtschaftspolitische Herausforderung. Nur wenn sich alle Verantwortungsträger der Bauwirtschaft dessen voll bewusst sind und danach handeln, wird Bauen und Modernisieren wieder eine der wichtigsten Bereiche zur Stärkung der deutschen Volkswirtschaft. In Erkenntnis dieser Verantwortung hat die bautec 2008 das Thema „Energetisches Bauen“ zum Schwerpunkt gemacht. Nach dem Erfolg auf der bautec 2006 wird die Umsetzung neuester Erkenntnisse und bautechnischer Entwicklungen zu sechs aktuellen Themen der Baupraxis in speziellen Baupraxiszentren von Fachexperten behandelt. In der nächsten Ausgabe werden geplante Baupraxiszentren vorgestellt.
• Für alle Verantwortlichen der Bauplanung und Bauausführung wird das Thema „Altersgerecht Leben und Wohnen“ zu einem neuen Schwerpunkt. Es gilt, die gegenwärtige Förderpolitik zu überdenken und neue Modelle zu entwickeln, die den sich verstärkenden Generationswandel berücksichtigen. Für Bauplaner, die Wohnungswirtschaft, für Systementwickler in der Baustoffindustrie und der Gebäudetechnik werden sich neue Aufgaben stellen.
Dieses sind nur einige Aspekte, die bei der Informationsvermittlung auf der bautec 2008 Berlin in der Form hochkarätig besetzter Foren, Tagungen und Kongressen ebenso eine Rollen spielen wie bei der Präsentation innovativer Neuentwicklungen der Industrie.
Thomas Möller, Berlin News in BAUZENTRUM E-BAU, Ausgabe 09-10/06
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