Gute Zeiten für Sammler sind in Berlin angebrochen, die Messe hat sich jenseits des Hypes mit Glamour und Beautiful People zum wichtigsten Handelsplatz für Gegenwartskunst in Deutschland etabliert. 9.000 Kunstliebhaber drängelten sich am Vernissagetag durch Gänge und über Kojen. Von Ausstellern wie Kuratoren und Museumsleuten wurde die zunehmende Dichte an hochkarätigen und wichtigen Sammlern aus den USA, Großbritannien, Europa, Mexiko, den Vereinigten Emiraten und Russland und natürlich aus Deutschland sehr positiv vermerkt.
Gesehen wurden unter anderen Herbert Grönemeyer, Nadja Auermann, die Politiker Guido Westerwelle, Monika Grütters und Gregor Gysi, die Museumsdirektoren Jan Hoet, Peter-Klaus Schuster, Nicolaus Schafhausen, die "Brangelina" Berliner Architekten von Graft und Schauspieler Benno Führmann. Eröffnet wurde die Messe offiziell vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und die Preise für die Besten Stände übergab Wirtschaftssenator und Bürgermeister Harald Wolf.
Bis Sonntagabend, dem vorletzten Tag der Messe, besuchten mehr als 1700 Journalisten aus 36 Ländern das ART FORUM BERLIN. Neben Fachjournalisten waren vor allem TV-Journalisten und Redakteure von Lifestyle-Magazinen anwesend. Die bedeutendste Anzahl aus dem Ausland angereister Medienvertreter kamen aus Ungarn, Polen, den USA, der Schweiz, Frankreich, Dänemark, Italien und Spanien, besonders erfreulich der Zuwachs an Kunstkriti-kern aus Russland.
Pressestimmen zum 13. ART FORUM BERLIN
Spiegel Online International, 31. Oktober 2008
Art Forum brings the World to Berlin
„The art world is very small“, says Patricia Asbaek, a Danish gallerist who sits on the Art Forum advisory board, at the fair’s opening. “The world out there does not care what we do. But we have to remember: we are the real thing.”
Die Welt, 2. November 2008
Die positive Botschaft dieser Messe ist: Der Markt ist in Bewegung und
macht künstlerische Qualität wieder zum Kaufkriterium Nummer eins.
Berliner Morgenpost, 3. November 2008
Kunst lockt Tausende nach Berlin
„Ich komme gerade vom Art Forum und bin dort auf eine wunderbare Mischung von internationalen Gästen gestoßen. Berlin ist, was das Thema Galerien und Kunst betrifft, derzeit der absolute Hot Spot in Europa“, meint Christian Tänzler, Sprecher der Berliner Tourismus Marketing GmbH.
Handelsblatt,31.10./1./2.11.2008
Das Art Forum verjüngt sich
Das Fernbleiben der Alten hat dem Messebild nicht geschadet, das jetzt fast programmatische Züge der Verjüngung trägt und darüber hinaus wieder mehr Kunst in der bezahlbaren Preisregion bietet.
art – Das Kunstmagazin
Jetzt schlägt’s dreizehn
Die Angst vor der Krise war groß – und auch die Überraschung: Die scheidende Messeleiterin Sabrina van der Ley verabschiedet sich in Berlin mit einer Glanzvorstellung.
Süddeutsche Zeitung, 31. Oktober 2008
Gelungene Experimente für eine schwierige Klientel – das Berliner Art Forum auf dem Weg zu einer internationalen Ausrichtung
Neue Zürcher Zeitung, 1. November 2008
Eine raumgreifende Installation hat Christian Nagel (Köln/Berlin) ins Zentrum seines Messestands placiert: ein Zelt mit der „Pigskin Library“ der in Wien lehrenden Amerikanerin Renée Green, die Prozesse der Kunstherstellung und ihre soziale Funktion hinterfragt (60.000 Euro). Mit solchen Arbeiten wächst die Messe über ihre kommerzielle Anmutung hinaus, die sich sonst im allgemeinen
Overkill des Berliner Kunstherbstes stärker denn je der Blitzwirkung bunter Bilder verpflichtet hat.
DW-WORLD.de, 1. November 2008
Berlin Gripped by International Art Fever
The Art Forum in Berlin is one of Germany’s most significant fairs for contemporary art.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Oktober 2008
Die Testperson verhält sich ungewöhnlich ruhig
Wirklich frei in der "Freestyle"-Arena: Als Abschiedsvorstellung vom alten Art Forum gibt es noch eine gelungene Neuerung: die "Freestyle"-Arena. Die alljährliche Sonderausstellung zeigt der Kurator Hans-Jürgen Hafner in kleinen Häppchen in den Galerieständen, so bleibt Raum für neue Projekte.In einem von Roger Bundschuh entworfenen Parcours haben 25 Galerien eine Chance bekommen. Die Auflage für den Architekten war, keine hierarchische Struktur entstehen zu lassen: In der Mitte führt nun ein breiter Gang durch gleich große, nach hinten offene Kojen. In der Mitte laden graue Kissen zum Ausruhen und Nachdenken ein.
Sammler und Freunde
Viele neue Sammler aus Europa und Übersee kamen nach Berlin. Das Collector’s Program (die vom ART FORUM BERLIN eingeladenen Top-Sammler) brachte Anita Zabludowicz aus London, Anette Bollag-Rothschild, Zürich, Abaseh Mirvali aus Mexiko City, Susan und Michael Hort, New York sowie Susan Goldberg, New York, nach Berlin. Es kamen aber auch die bekannten Sammlerfreunde des ART FORUM BERLIN Themis Michos, San Francisco/Berlin, Harald Falckenberg und Larissa Hilbig, Hamburg, Wilhelm Schürmann, Aachen/Berlin, Thomas und Claudia Olbricht, Essen, Reiner Speck, Köln, Thomas Grässlin und Nanette Hagstotz, St. Georgen, Jean-Conrad und Isabelle Lemaitre, London, Rolf und Venke Hoff aus Oslo, Roman und Margot Fuchs, Wien, Ingvild Goetz, München und last but not least Sabine Dumont-Schütte aus Köln.
Ankäufe und Verkäufe
Die Bundesankaufskommission unter der Leitung von Rosa Schmitt-Neubauer mit Yilmaz Dziewior, Bernhart Schwenk, Annemarie Bonnet, Ingrid Mössinger und Hans-Jörg Clement erwarben unter anderem acht Zeichnungen von Claudia Wieser (10.500 Euro) bei Eva Winkeler, Frankfurt am Main. Ebenfalls sehr zufrieden ist Lena Brüning, Berlin, die sich erneut mit Winkeler einen Gemeinschaftsstand mit gemeinsam entwickeltem Konzept teilt. Lena Brüning: „Die Berliner Messe ist für junge zeitgenössische Kunst die interessanteste Messe zur Zeit“. Zufrieden sind auch SixFriedrichLisaUngar, München, an ihrem Gemeinschaftsstand mit Charim, Wien.
Viele Galeristen kamen mit wenig Erwartung nach Berlin und wurden von dem enormen Interesse und der großen Kauflust des Publikums überwältigt. Anita Beckers, Frankfurt am Main, konnte so viel Arbeiten wie nie zuvor auf dem ART FORUM BERLIN verkaufen. Für sie machte sich die Aufbauarbeit in den Vorjahren bezahlt: Werke von Yves Netzhammer und Bjørn Melhus sowie Cornelia Renz fanden zahlreiche Käufer. Nina Menocal, Mexico City, machte genauso wie Ellen de Bruijne, Amsterdam, die positive Erfahrung, dass sich gute und kontinuierliche Verkäufe oft erst nach einer "Angewöhnungszeit" von fünf Messebeteiligungen einstellen. Für Peres Projects, Los Angeles/Berlin, ist vor allem die Bindung an Berlin durch eine Messeteilnahme wichtig. Aus der Einzelpräsentation von Kirstine Roepstorff konnte die Galerie eine größere Skulptur verkaufen und das Interesse von Sammlern aus Berlin wecken. Sehr zufrieden ist Christopher Grimes aus Santa Monica mit den Verkäufen und dem Interesse des Publikums. Nancy Jaffe: „This time it has been a success for us. We enjoyed meeting the collectors and we’re sure we’ll keep coming back each year.”
Ähnlich erging es Gazonrouge, dem Senkrechtstarter aus Athen vom letzten Jahr. Loraini Alimantiri: „I did very well against all odds, met very intellectual collectors, new clients and sold everything in the booth.”
Sieben Mal hätte Erstteilnehmer Plan B aus Cluj, Rumänien, eine große Malerei von Adrian Ghenie verkaufen können. Timothy Persons von TaiK, Helsinki, machte die Erfahrung, dass sich gerade die Arbeiten von Künstlern auf der Messe gut verkaufen, die parallel in der Galerie gezeigt werden. traversée, München, hat rundum gut verkauft und ist mit ihrem Erstauftritt in Berlin sehr zufrieden. Bei Kicken, Berlin, konnte aus allen Bereichen von Vintage bis zu den Zeitge-nossen gut verkauft werden. Herausragend: eine frühe, mehrteilige Arbeit von Bernd und Hilla Becher, die für 210.000 Euro an eine Privatsammlung in Deutschland verkauft werden konnte. Zufrieden zeigt sich ebenfalls multiple box, Hamburg. Der Editeur konnte vor allem Klassiker gut verkaufen, darunter für 12.000 Euro „Freundinnen II“ von Sigmar Polke aus dem Jahr 1967. Ihren kleinen Stand optimal ausgenutzt haben Contemporary Fine Arts aus Berlin. Sieben Arbeiten von Daniel Richter konnten für 25.000 – 40.000 Euro verkauft werden sowie mehrere Arbeiten zu 45.000 – 65.000 Euro von Galerie-Neuzugang und Fast-Klassiker Georg Herold.
Trustees und Kuratoren
Auf der Messe waren die Kuratoren und Museumsdirektoren Ami Barak, Paris, Katerina Gregos, Athen, Natasa Ilic, Zagreb, Beatrix Ruf, Zürich, Hans-Ulrich Obrist, London, Christoph Vitali, Bonn, Carlos Urroz, Madrid, Fumio Nanjo, Tokio, Valerie Smith, Berlin, Susanne Pfeffer, Berlin, Inke Arns, Dortmund, Sabine Himmelsbach, Oldenburg, Katja Blomberg, Berlin, Petra Roettig, Hamburg, Iara Boubnova, Sofia, Zsolt Petrányi, Budapest, Ulrike Groos, Düsseldorf, Pilar Tompkins, Los Angeles, Gabriele Knapstein, Berlin.
Zahlreiche Sammlergruppen und Trustees in- und ausländischer Museen haben das 13. ART FORUM BERLIN besucht: Die Freunde der Contemporary Art Society, London sowie die Freunde der Kunsthalle Hamburg. Hier waren ebenfalls die Freunde der Fundación Foto Colectania aus Barcelona, des ART PROCESS – Very Club, Paris, und zum ersten Mal die Freunde des Museums of Contemporary Art, Miami. Aus Österreich reisten die Freunde des artmagazine Wien an, aus den Niederlanden ein Sammlerkreis aus Den Haag. Berlin war mit den dem Stoberkreis, die jungen Freunde des Vereins der Freunde der Neuen Nationalgalerie Berlin sowie dem Deutsche Guggenheim Club, Berlin und CAA Contemporary Arts Alliance Berlin vertreten.
Zum wiederholten Mal konnte auf dem ART FORUM BERLIN eine internationale Kuratoren- und Museumsdirektorengruppe begrüßt werden, die, organisiert vom Besucherprogramm des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amts, die wichtigsten Städte und Plätze der bildenden Kunst in Deutschland besuchen.
ART FORUM BERLIN TALKS
Großen Anklang fanden die ART FORUM BERLIN TALKS, die in diesem Jahr erneut im Obergeschoss des Palais am Funkturm stattfanden. Die Talk-Lounge wurde von der aus dem Iran stammenden Künstlerin Solmaz Shabazi gestaltet. Die Lounge lehnt sich gestalterisch und inhaltlich an die große gesell-schaftliche Vergangenheit des Palais am Funkturm an – einer der besten Barkeeper Berlins aus der Viktoria Bar servierte zu den Talks Drinks nach Rezeptu-ren aus den 60er Jahren. Regelmäßig besuchten über 100 interessierte Zuhörer die sechs Podiumsdiskussionen an drei Tagen.
Sonderausstellung „difference, what difference?“
Das Konzept von Kurator Hans-Jürgen Hafner, Berlin, die Sonderausstellung in den alphabetischen Parcours wie in die Freestyle-Halle überraschend, mehr konzeptuell und inhaltlich einzugliedern, ist voll aufgegangen. Die neue Form der Eroberung der Räume wird allgemein gelobt und wurde als interessanten Kommentar zur kommerziellen Ausrichtung einer Messe gewertet.
Freestyle-Halle in einer Architektur von Roger Bundschuh
Sehr gut wurde die neue Gestaltung der Freestyle-Halle angenommen. Otto Schweins, Köln, findet, dass die Messe „durch positive Modifikationen“ gewonnen hat. Für die Aussteller in der Freestyle-Halle bewährten sich die offe-ne Architektur und die demokratische Anordnung der Stände, die jeder Gale-rie gleiche Chancen geben, Aufmerksamkeit zu erreichen. Gute Kontakte hat Marietta Clages, Köln, die zum ersten Mal beim ART FORUM BERLIN dabei ist. Auch für Michael Wiesehöfer, Köln, ist „Halle 11.2 (die Freestyle-Halle) zu einem Highlight geworden“. Hoet Bekaert aus Gent und Michael Stevenson, Kapstadt, waren beide vom wirklichen Interesse der Sammler an der Kunst und den Künstlern überrascht. Für sie hat sich die Teilnahme vor allem zum Aufbau von Kontakten gelohnt – verkauft haben sie aber auch.
Professional Monday
Zum ersten Mal veranstaltete das ART FORUM BERLIN den PROFESSIONAL MONDAY. Im Rahmen dieses Kuratorenprogramms fanden neben einem gemeinsamen Rundgang über die Messe exklusive Ausstellungsbesuche, Vorbesichtigungen und Empfänge statt, die vielfältig Gelegenheit gaben, neue Einblicke in Berlins vitale Kunstwelt zu bekommen. Am Konferenztag, Montag, den 3. November luden fünf Berliner Kuratoren zu Diskussionsrunden ein. Es wurde über das Sammeln unter Konkurrenzdruck und mit kleinen Etats gesprochen und über die Aufgabenstellung einer Kunsthalle.
Preise, auf dem ART FORUM BERLIN verliehen
Folgende Galerien und Künstler und wurden mit Preisen ausgezeichnet, die im Rahmen des ART FORUM BERLIN 2008 verliehen wurden:
Zwei Erstteilnehmer waren die Gewinner der Preise für die Besten Stände:
September, Berlin, gewinnt den Preis für den „Besten Einzelstand einer Galerie“, dotiert mit 4.500 Euro, gestiftet von der Berliner Landesinitiative Projekt Zukunft.
Ingleby, Edinburgh, gewinnt den Preis für den „Besten Freestyle – Stand einer Galerie“, dotiert mit 2.500 Euro, gestiftet von der Berliner Landesinitiative Projekt Zukunft.
2008 wurde zum ersten Mal der d.velop digital art award [ddaa] im Rahmen des ART FORUM BERLIN verliehen. Dotiert mit Euro 20.000 zeichnet der Preis außergewöhnliche Leistungen im Bereich der Digitalen Kunst aus. Der Preis-träger erhält zudem eine Ausstellung in der Kunsthalle Bremen, die von einer Publikation begleitet wird.
Neue Künstlerische Leitung ab 2009
Mit dem 13. ART FORUM BERLIN 2008 verabschieden sich Sabrina van der Ley, seit 2000 künstlerische Leiterin mit ihrem Team sowie Anne Maier und ihr Team, verantwortlich für PR- und Öffentlichkeitsarbeit des ART FORUM BERLIN. Sabrina van der Ley wird leitende Kuratorin an der Galerie der Ge-genwart der Kunsthalle Hamburg, Anne Maier bleibt in Berlin und wechselt als Pressereferentin ans Haus der Kulturen der Welt.
Die Messe Berlin hat Eva-Maria Häusler und Peter Vetsch, beide ehemals Art Basel, zu neuen Co-Direktoren ernannt. Für ihr Vorhaben können Eva-Maria Häusler und Peter Vetsch auf ein solides Messekonzept zurückgreifen, das in den letzten Jahren von Sabrina van der Ley als künstlerische Leiterin und der Messe Berlin in Zusammenarbeit mit dem internationalen Galerien-Beirat entwickelt und im internationalen Kunstmessemarkt erfolgreich etabliert wurde. Die beiden Co-Direktoren können auf die langjährige Erfahrung von Kirsten Günther als Head of Operations zählen.
Save-the-date 2009
Das 14. art forum berlin findet vom 24. September bis 27. September 2009 statt. Die Vernissage ist am 23. September 2009.